Erstellt am 22. August 2014, 11:39

von Vanessa Bruckner und Michael Pekovics

Tödliches Beziehungsdrama in Oberwart. Mann ersticht Lebensgefährtin Barbara F., 14-jähriger Sohn und Vater des Opfers entdecken Leichnam.

Derzeit wartet man in der Wiesengasse auf das Eintreffen der Spurensicherung.  |  NOEN, Michael Pekovics

Die Gewalttat hat sich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in der Wiesengasse zugetragen. Eine 36-jährige Frau wurde mit Stichverletzungen im Halsbereich von ihrem 14-jährigen Sohn und ihrem Vater am Vormittag gefunden. Derzeit fahndet die Polizei nach dem 42-jährigen Ex-Freund der Frau. Die Polizei geht von einem Gewaltdelikt aus.

Derzeit werden Verwandte und das Umfeld des Opfers und auch des mutmaßlichen Täters befragt. Die Fahndung nach dem 42-Jährigen läuft auf Hochtouren, an mehreren Verkehrsknotenpunkten des Bezirks hielten schwer bewaffnete Beamte jedes verdächtige Fahrzeug auf.

Es soll laut ersten Informationen aus dem Umfeld eine Achterbahn-Beziehung gewesen sein, die jetzt ein tragisches Ende genommen hat. Die grausame Tat dürfte sich nach Informationen des Notarztes gestern Abend (Donnerstag) ereignet haben. Das Opfer weist Stichwunden im Halsbereich auf. Besonders dramatisch: Die Frau wurde von ihrem 14 Jahre alten Sohn und ihrem eigenen Vater tot aufgefunden.

Mutmaßlicher Täter als gewalttätig bekannt

Vom mutmaßlichen Täter fehlt derzeit noch jede Spur. Er ist mit einem silberfarbenen Skoda Kombi mit dem Kennzeichen OW-77LF auf der Flucht - die Polizei bittet um Hinweise. Die Exekutive fahndet aktuell in einer großangelegten Suchaktion nach dem Mann, der bereits in einer Psychiatrischen Anstalt und mehrmals gewalttätig gewesen sein soll. Der Sohn des Opfers hatte die Nacht bei seinem Großvater verbracht und war so zum Tatzeitpunkt nicht anwesend. Gemeinsam haben sich die beiden heute Morgen auf die Suche nach der Mutter des 14-Jährigen gemacht, unter anderem auch in der Wohnung des 42-Jährigen, wo die Leiche schließlich entdeckt wurde. Beide wurden von einem Kriseninterventionsteam psychologisch betreut.

Für die Nachbarn ist der Fall ein Schock. "So etwas liest man normalerweise nur in der Zeitung, und dann passiert das direkt vor unserer Tür", sagt ein Nachbar. Ein ehemaliger Arbeitskollege beschreibt den 42-Jährigen als "eher zurück haltend, aber man weiß ja nie, was in einem Menschen wirklich vorgeht. Mir tut der Sohn leid, der seine Mutter verloren hat."

Die Spurensicherung war mehrere Stunden vor Ort, um den Tatort genauestens zu untersuchen. Erst gegen 17 Uhr waren die Erhebungen vor Ort abgeschlossen und die Leiche der Frau wurde abtransportiert. Derzeit laufen die Vernehmungen im Umfeld des Opfers und des mutmaßlichen Täters. Wohnungsnachbarn wurden bereits einvernommen. Die Polizei erhofft sich dadurch Erkenntnisse, wo der Mann sich derzeit aufhalten könnte. Auch in Ungarn wird nach dem Mann gefahndet, weil dieser zuletzt in seinem Beruf als Lkw-Fahrer viel im östlichen Nachbarbundesland unterwegs war.