Erstellt am 26. Januar 2011, 00:00

Motomotion vor Absage? Gerüchte um ,informchef‘. MESSEN / Baumesse war ein voller Erfolg, dafür steht die Motomotion auf der Kippe. Reiter dementiert Gerüchte um Stampf.

Bruchlandung? Ob die Motomotion stattfindet, ist ungewiss.  |  NOEN
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VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Zwei Wochen nach der offiziellen Bekanntgabe des künftigen Messebetriebsführers brodelt die Gerüchteküche. Konkret geht es darum, wer vor Ort die Geschäfte von Christian Reiter führen soll. Aus gut informierten Kreisen war zu hören, dass Sylvia Stampf, Ex-Koordinationsmanagerin der Stadtgemeinde, den Posten der Geschäftsführerin erhalten soll.

Gerüchte um Sylvia Stampf  werden doppelt dementiert

Im Gespräch mit der BVZ wird das aber sowohl von Reiter als auch von Stadtchef Gerhard Pongracz dementiert. „Stampf wird sicher nicht Geschäftsführerin, meines Wissens soll diese Aufgabe die Gattin von Reiter übernehmen“, sagt Pongracz. Zusatz: „Vielleicht nicht für immer, aber zumindest so lange, bis Reiter sein Team zusammengestellt hat.“ Der neue Messechef bestätigt: „Meine Gattin wird Geschäftsführerin. Grundsätzlich präsentiere ich keine einzelnen Namen, dass ich aber mit anderen Firmen zusammenarbeiten werde, ist klar.“ Das Konzept soll laut Reiter Anfang Februar vorgestellt werden. Der neue Messechef verspricht „ein Konzept, mit dem alle können“ und mit der „Beteiligung von anerkannten Personen“ und: „Die inform soll auf alle Fälle funktionieren.“ Während also die Durchführung der wichtigen Wirtschaftsmesse auf Schiene ist, brauen sich dunkle Gewitterwolken über der Motomotion zusammen. Zur Erinnerung: Mit der Durchführung wurde Ferdinand Liendl beauftragt. Der Steirer hatte sich auch um das gesamte Messegeschäft beworben, bekam den Zuschlag aber bekanntlich nicht.

Auf Anfrage der BVZ meinte der Messeveranstalter, dass er dabei sei „die ganze Sache zu stornieren“. Der Stadtgemeinde wurden per E-Mail mehrere Vorschläge übermittelt, welche Möglichkeiten bestehen, die Automesse doch noch durchführen zu können, aber: „Bisher habe ich keine positiven Signale gehört“, sagt Liendl. Die endgültige Entscheidung soll am Mittwoch fallen. „Ich habe den Eindruck, sowohl der Stadtgemeinde als auch dem neuen Betreiber ist egal, ob die Motomotion stattfindet oder nicht. Wenn die Messe aber einmal nicht stattfindet, dann ist es schwer, sie nach einem Jahr Pause wieder durchzuführen“, meint Liendl. Pongracz bestätigt, dass im Rathaus „mehrere Angebote, wie die Messe doch möglich ist, eingetroffen sind“. Auf eine Ausfallshaftung oder ähnliches werde sich die Stadtgemeinde aber „sicher nicht“ einlassen. Christian Reiter ist jedenfalls der Meinung, dass „es besser ist, keine Messe zu veranstalten, als eine schlechte“. Sein Konzept beinhalte „alle Messen“, die Durchführung der Motomotion sei aber aufgrund der knappen Zeitspanne „nicht möglich“.

Im Zuge der Recherchen wurde auch bekannt, dass es innerhalb der SPÖ-Fraktion Differenzen gibt. „Hinter den Kulissen geht´s rund“, weiß ein Insider. Konkret soll es darum gehen, dass einige SPÖ-Gemeinderäte mit der Vergabe der Betriebsführung an Reiter nicht einverstanden sind. Davon will Pongracz nichts wissen: „Ich habe meine Gemeinderäte über jeden Schritt und jede Phase der Entscheidungsfindung informiert. Mir sind keine Differenzen bekannt.“

Richtigstellung: Wie am Montag bekannt wurde, gab es – anders als vor zwei Wochen berichtet – von Vizebürgermeister Georg Rosner keine Zustimmung für die Vergabe der Betriebsführung an Christian Reiter. „Ich habe nichts gegen ihn, ich kenne ihn ja nicht“, erzählt Rosner. Für die Zukunft wünscht er „alles Gute, aber ich konnte die Zustimmung nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Die 25-minütige Präsentation im Stadtrat war mir zuwenig – und wie man hört, gibt es ja erst Anfang Februar ein vollständiges Konzept“.