Erstellt am 19. März 2014, 09:30

von Vanessa Bruckner

Mühle sucht Besitzer. Unterwart / Betreiber der Wölfel-Mühle in Unterwart geht in Pension. Jetzt wird dringend ein Käufer gesucht, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Intakt. Die Wölfel-Mühle in Unterwart ist für viele Landwirte und Privatkunden erste Anlaufstelle in der Region. Foto: Pekovics  |  NOEN, Pekovics

Von Vanessa Bruckner

Gottes Mühlen mahlen bekanntlich langsam, die Räder der Wölfel-Mühle aber vielleicht bald gar nicht mehr. Seit über 130 Jahren gibt es die Mühle in der Gemeinde Unterwart bereits. Eigentümer ist Julius Wölfel, der seit stolzen 45 Jahren seine Arbeit im Betrieb verrichtet.

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Aber irgendwann ist es Zeit für den Ruhestand. Zumindest für einen der letzten Getreidemühler des Landes. Allerdings sieht es derzeit ganz danach aus, dass der Ruhestand von Julius Wölfel gleichzeitig auch den Stillstand für seine Mühle bedeutet.

Nachfolger müsste Preis von 490.000 Euro aufbringen

„Es gibt keinen Nachfolger, also habe ich meinen Betrieb zum Verkauf ausgeschrieben“, informiert der 65-Jährige. Auf die wohlverdiente Pension freut sich Wölfel zwar schon, die Zukunft der Mühle macht ihm aber doch zu schaffen. Sollte sich nicht bald ein Käufer finden, verliert die gesamte Region mit der Wölfel-Mühle eine, so Unterwarts Bürgermeister Josef Horvath, „der letzten großen Institutionen im Bezirk und darüber hinaus.“

1933 kaufte Julius Wölfels Vater die Mühle. Wurde früher darin noch gemahlen, wird heute nur mehr geschrotet. Diverse große Landwirte aus der Region liefern nach wie vor in die Unterwarter Mühle. „Auch private Kunden gibt es nach wie vor genug“, informiert Bürgermeister Horvath. Ob Futtermittel für Tiere oder Mehl zum Brot backen - die Wölfel Mühle ist für viele aus der Region Anlaufstelle Nummer 1.

Ein potenzieller Nachfolger von Julius Wölfel muss vor allem eines mitbringen: den Kaufpreis. Der liegt derzeit bei 490.000 Euro. Bleibt zu hoffen, dass Gottes Mühlen diesbezüglich etwas schneller mahlen, damit in der Wölfel-Mühle auch in Zukunft wieder ein Rad ins andere greift.