Erstellt am 30. März 2011, 00:00

Museum beim Kreuzstadl. GEDENKEN / In Rechnitz wurde vergangenen Sonntag beim Kreuzstadel den Opfern des Südostwallbaus gedacht. Dabei erfolgte auch der Spatenstich für ein Museum.

RECHNITZ / Im März 1945 wurden beim Kreuzstadl 180 jüdische Zwangsarbeiter von den Nazis ermordet. Seit nunmehr zwanzig Jahren kümmert sich der Verein „RE.F.U.G.I.U.S.“ (Rechnitzer Flüchtlings- und Gedenkinitiative und Stiftung) um die Erhaltung des Kreuzstadels und der Erinnerung an das Geschehene. Der Spatenstich zum Bau eines „Open Air Museums“ neben dem Kreuzstadel soll helfen, das Andenken zu bewahren. Das Museum soll innerhalb von zwei Jahren entstehen, so Paul Gulda vom Verein.

Besucher sollen unter anderem auf Schautafeln und Videos verfolgen können, wie es aus historischer Sicht zu der Katastrophe am 24. März 1945 überhaupt kommen konnte. Damals wurden etwa 180 jüdische Zwangsarbeiter von den Nationalsozialisten, die im Schloss feierten, zum Kreuzstadl gebracht und ermordet. Das Grab wurde bis heute nicht gefunden. „Das bedeutet keineswegs, dass wir die Hoffnung aufgeben, das eigentliche Grab der 180 bis 200 ermordeten Menschen zu finden. Es bedeutet auf jeden Fall, dass das Burgenland über diese Geschehnisse weiterhin schweigen möchte“, sagte Gulda bei der Gedenkveranstaltung und meinte weiter: „Jeder, der die Wahrheit wissen will, wird dieses Museum besuchen können.“ Als pars pro toto erinnere das Gebäude „an alle nationalsozialistischen Verbrechen, die in den Lagern entlang des ehemaligen Südostwalls begangen wurden“, erklärte Hannah Lessing, Generalsekretärin des Allgemeinen Entschädigungsfonds und Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus. Erinnerungsarbeit sei unerlässlich.

Finanziert wird die Gedenkstätte, die einige hunderttausend Euro kosten wird, von der EU, dem Land, dem Nationalfonds und dem Verein „RE.F.U.G.I.U.S.“.