Erstellt am 18. Februar 2016, 04:14

von Eva-Maria Leeb

Nach 29 Jahren: Pension für „Mama“ Schuller. Helga Schuller ist die dienstälteste Kinderdorfmutter im Burgenland. Nach 29 Jahren geht sie nun in Pension.

Freut sich schon auf den Ruhestand. Helga Schuller. Foto: Leeb  |  NOEN, Leeb
1960 erfolgte anlässlich der 1.100 Jahrfeier der Stadtgemeinde Pinkafeld die Grundsteinlegung des SOS-Kinderdorfes. 1963 zogen die ersten zwei Familien in ihre Häuser.

Kinder ein Stück des Weges begleiten

Mittlerweile wohnen rund 50 Kinder mit drei Kinderdorfmüttern und weiteren Betreuungspersonen in neun Häusern.

Eine dieser Mütter ist Helga Schuller. Sie ist bereits seit dem Jahr 1977 als Kinderdorfmutter in Pinkafeld im Einsatz. Im Laufe der Jahre hat sie mehr als 20 Kindern ein neues Zuhause, Liebe und Wärme geschenkt. Anfang März geht sie nun in den wohlverdienten Ruhestand.

„Mein Motto war immer, die Kinder ein Stück ihres Lebens zu begleiten und das Beste daraus zu machen“, sagt Schuller, die ihre Entscheidung, Kinderdorfmutter zu werden, nie bereut hat. „Ich verstehe nicht, warum sich nicht viel mehr Frauen, Männer oder Paare für diesen Beruf entscheiden“, sagt die gebürtige Hartbergerin, für die der Beruf zur Berufung wurde.

Leiser Abschied wird es wohl nicht werden

Wichtig ist, dass man sich bei aller Hingabe für die Kinder auch seine Freiräume schaffen kann. „Ich habe mich in all den Jahren auch nie überfordert gefühlt“, erklärt Schuller. Diese Zeit für sich selbst gilt sowohl für sie als auch für ihre Schützlinge.

„Bei uns gibt es zum Beispiel jeden Freitag eine ‚Chipsparty‘. Während es sich die Kinder im Wohnzimmer mit Chips vor dem Fernseher gemütlich machen, verbringe ich Zeit im Kreis meiner Freunde in der Küche“, sagt die Kinderdorfmutter. So sind auch die Freunde quasi in die Familie eingebunden. Wichtig seien auch die sogenannten „Hauspaten“, die die jeweiligen Familien unterstützen.

„Bei uns ist das die Industriellenvereinigung, bei der ich mich herzlich für all die finanzielle und menschliche Unterstützung über die Jahre bedanken möchte“, so Schuller. Ein leiser Abschied wird es wohl nicht werden.

„Vergangene Woche haben mich meine Kinder schon mit einer Party überrascht. Von den 22 waren 16 gekommen“, freut sich die Kinderdorfmutter, die mit einer riesigen Kinderdorfparty in Pension gehen wird. „Ich habe die Arbeit immer gern gemacht, freue mich jetzt aber auch schon auf die Pension“, so Schuller.