Erstellt am 16. April 2014, 09:16

von Michael Pekovics

Nach Skiunfall im Koma. Eine 15-jährige Schülerin stürzte schwer und erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma. Derzeit wird sie aus künstlichem Tiefschlaf aufgeweckt. Die Eltern kritisieren das Redeverbot.

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Vergangenen Montag, am 7. April, ereignete sich bei einem Schulskikurs des BRG Oberschützen in Salzburg ein tragischer Unfall: Ein 15-jähriges Mädchen stürzte gegen 10 Uhr am Vormittag schwer und musste mit dem Notarzthubschrauber ins Unfallkrankenhaus Salzburg geflogen werden. Obwohl sie einen Helm getragen hatte, wurde ein Schädel-Hirn-Trauma festgestellt und das Mädchen in künstlichen Tiefschlaf versetzt.

„Zum Glück geht es ihr jetzt schon wieder etwas besser“, erzählt Direktorin Ingrid Weltler-Müller auf Anfrage der BVZ. „Die Prognosen der Ärzte sind vielversprechend, derzeit wird sie langsam aufgeweckt.“

„So etwas kann man ja nicht vertuschen“

Nach Bekanntwerden des Unfalls meldeten sich mehrere Eltern bei der BVZ, um Kritik zu äußern. Denn angeblich wurde den Schülern verboten, über den Vorfall zu sprechen. „Ein Unfall kann passieren, aber man kann so einen Vorfall ja nicht vertuschen. Mein Kind hat mir erzählt, dass es geheißen hat, dass niemand mit der Presse reden soll. Unfälle können ja passieren, aber dass dann nicht darüber geredet werden darf, kann nicht sein“, ärgert sich ein Vater.

Und eine Mutter ergänzt: „Grundsätzlich ist zu hinterfragen, ob Schulskikurse überhaupt sinnvoll sind, wenn fast kein Schnee mehr liegt.“ Tatsächlich dürfte das Mädchen sich die Verletzungen deshalb zugezogen haben, weil sie mit dem Kopf auf einen neben der Piste frei liegenden Felsen aufgeprallt ist. Nach dem Sturz schlitterte die Schülerin nämlich noch rund 30 Meter über die Piste, ehe sie auf einer schneefreien Böschung liegen blieb.

Direktorin weist Vorwurf des Redeverbots zurück

Direktorin Weltler-Müller klärt auf und entkräftet die Kritik der Eltern: „Der Schulskikursleiter hat sofort ein Kriseninterventionsteam organisiert, das sich um die Klassenkameraden des Mädchens gekümmert hat. Ein Redeverbot über den Vorfall hat es nicht gegeben, aber die Mitarbeiter der Krisenintervention haben gebeten, dass die Schüler nicht gleich alles auf Facebook posten sollen, damit keine falschen oder widersprüchlichen Angaben gemacht werden.“

Außerdem habe, so Weltler-Müller, der Vater des Kindes darum gebeten, den Unfall nicht an die große Glocke zu hängen. An eine Vorverlegung der Skikurstermine denkt die Direktorin nicht: „In diesem Gebiet gibt es auch Gletscher und normalerweise gibt es auch ausreichend Schnee.“