Erstellt am 14. Januar 2015, 11:51

Südburgenländer in Paris. Die BVZ hat vier Südburgenländer ausfindig gemacht, die sich zur Zeit der Anschläge in Paris aufgehalten haben – ihre Eindrücke.

Alexandra Maringer lebt seit zehn Jahren in Paris: »Eine Freundin kannte Toten persönlich.«  |  NOEN, zVg

Die Terroranschläge in Paris schockten in der Vorwoche die ganze Welt. Und natürlich auch die gebürtigen Südburgenländer, die sich zu dieser Zeit in der französischen Hauptstadt aufhielten.

Volcic: „Man sieht generell mehr Polizei“

x  |  NOEN, Michael Pekovics

„Wir haben alles im Fernsehen verfolgt“, erzählt Sabine Volcic, die für Louis Vitton arbeitet. „Bei der zweiten Geiselnahme waren wir plötzlich persönlich betroffen, das Kind einer Kollegin geht dort in der Nähe zur Schule.“

Die Stimmung in ihrem Umfeld beschreibt sie trotzdem als „gelassen: Viel mehr Angst macht, dass jetzt die extreme Rechte politisch stark zulegen könnte“

Ähnliches erzählt auch Journalist Robert Bendekovits: „Natürlich sind viele Menschen verunsichert, aber es ist zu keiner Zeit richtig hektisch geworden.“ Das mag vielleicht auch an der aktuell starken Polizeipräsenz liegen: „Es gibt überall Kontrollen wie am Flughafen, man sieht generell mehr Polizei.“

Dass die Pariser generell ruhig geblieben sind, führt Bendekovits auf die Vergangenheit zurück: „Es gab ja auch schon in den 90er Jahren Anschläge.“

Solidarität und Zusammenhalt überall spürbar

x  |  NOEN, zVg
Alexandra Maringer, die als Szenografin in Paris arbeitet, lebt in einem Arbeitervorort und hat sich am Donnerstag einem Protestmarsch angeschlossen: „Zuerst waren wir nur relativ wenige, aber innerhalb weniger hundert Meter waren unzählige Menschen auf der Straße und haben Schilder mit ‚Wir sind Charlie‘ hochgehalten.“

Die Solidarität mit den Opfern und der Zusammenhalt waren aber nicht nur in Paris zu spüren: „Von den rund 35.000 Einwohnern meiner Stadt haben 15.000 am Protestmarsch teilgenommen“, erzählt Valeria Marth, die als Sprachassistentin an drei Schulen in Villefranche-sur-Saône arbeitet: „An Unterricht war in den vergangenen Tagen aber nicht zu denken.“