Erstellt am 08. Januar 2015, 08:02

von Eva-Maria Leeb

Der „Krieger“ ging sanft. „Aufdecker der Nation“ Kurt Kuch ist am 3. Jänner 2015 seinem schweren Krebsleiden erlegen. Der Journalist, Familienvater, Vespafahrer und gute Freund wurde nur 42 Jahre alt.

Kurt Kuch liebte Musik. Er war selbst jahrelang in der Stadtkapelle Oberwart aktiv und machte auch als DJ immer eine gute Figur.  |  NOEN, zVg
Kurt Kuch – dieser Name war seit Mitte der 90er Jahre vor allem verbunden mit Aufdeckerjournalismus. Unbeirrt, hartnäckig und zielstrebig hatte es sich der Oberwarter zur Aufgabe gemacht, Korruption und Skandale aufzudecken und dort hinzuschauen, wo andere weggeschaut haben.

Karriere begann bei „Verein Roma“ in Oberwart

Egal, ob Telekom-Skandal, Hypo-Pleite oder Ungereimtheiten bei der BEGAS - Kurt Kuch brachte so manche Wahrheit ans Licht und so manche Person des öffentlichen Lebens vor Gericht.

x  |  NOEN, Michael Pekovics BVZ
Begonnen hat seine Laufbahn vor 20 Jahren als Pressesprecher des „Verein Roma“, just zu jener Zeit, als Oberwart, das Burgenland, ja ganz Österreich, von den Bombenattentaten in der südburgenländischen Gemeinde erschüttert wurden. Seit dieser Zeit setzte er sich auch immer wieder vehement für den Kampf gegen rechtes Gedankengut ein.

Mit demselben Mut und derselben Entschlossenheit stellte er sich dann auch öffentlich dem Kampf gegen den Lungenkrebs. Das Lied „Krieger“ von den „Fantastischen Vier“ wurde dabei seine Hymne.

Einsätze auf Vespa, am Griller und in Kultdisco

Aber Kurt Kuch war noch mehr als ein Journalist – er war Ehemann, Vater, Sohn, Bruder, guter Freund. Er war begeisterter Vespafahrer, er liebte es, die Geschichte seiner Heimat zu erforschen oder stundenlang bei einem Kaffee über Dies oder Jenes zu plaudern. Legendär waren auch seine Einsätze am Griller, keiner konnte ein Stück Fleisch mit so viel Hingabe braten, wie er.

Kurt war es auch, der mit den „Kamapartys“ vielen ein Stück ihrer Jugend bewahrt hat. Die Musik der damaligen Kultdiskothek, das Lebensgefühl der frühen Jahre, all das genoss er mit Gleichgesinnten.

Am Samstag, dem 3. Jänner, hat ein großes Kämpferherz aufgehört zu schlagen.

Zum Abschied

Kämpfer für mehr Gerechtigkeit. Kämpfer für eine bessere Welt.

Lieber Kurti,

nun hast Du leider Deinen Kampf gegen den Krebs verloren - und wir vermissen Dich schon jetzt! 1989 kreuzten sich unsere Wege bei den U-Partys im OHO, und unser letztes Treffen war bei Deiner Kama-Party am 25. Dezember 2014 ebenfalls im OHO. Mit den U-Partys hat es begonnen und bald darauf gründetest Du die Gruppe „Jugend und Politik im OHO“, warst Pressebetreuer anlässlich des Roma-Attentats 1995 und danach auch Pressesprecher beim Verein Roma. Dann war´s mit dem Studieren vorbei und Deine Karriere als Journalist begann. Der antifaschistische Kampf gegen Friedhofsschänder, Nazi-Straßenbezeichungen, „ordentliche Beschäftigungssager“ von Rechts und vieles mehr waren von uns weitere gemeinsame Aktionen in Deinem mit 150 Prozent gelebten Leben. Dein Kampf gegen Unrecht und Machtmissbrauch sowie gegen den Rechtsextremismus, den Du hartnäckig und furchtlos geführt hast, wird uns genauso fehlen, wie die Freude mit Dir zu feiern. Es war toll, dass Du Dir neben Deinem Job, den du als Berufung verstanden hast, für Deine Familie und Freunde immer Zeit genommen hast!

DANKE

Du hast viele Deiner Träume verwirklicht und gelebt, und Du hast nie aufgegeben und immer nachgebohrt. Du warst weltoffen und kontaktfreudig, Du warst sehr direkt und auch fordernd, und Du warst zielstrebig und dennoch immer hilfsbereit!

So viel hättest Du noch zu tun gehabt! Wir werden Dich unendlich vermissen! Wir werden oft an dich als Freund und Kämpfer denken! Für Lea und Elke werden wir immer da sein!

Horst Horvath,
im Namen vieler Deiner Freunde!
 

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