Erstellt am 03. Januar 2015, 16:49

von Michael Pekovics und APA Red

Kurt Kuch ist tot. Traurige Nachrichten erreichten die BVZ Redaktion Samstag Mittag. NEWS-Journalist Kurt Kuch starb am Vormittag im LKH Graz im Beisein seiner Familie.

Zuletzt engagierte sich Kurt Kuch gemeinsam mit der Stadtkapelle Oberwart für die Initiative »don´t smoke«.  |  NOEN, zVg/Kurt Kuch/Facebook

Bis zuletzt hatte sich der Südburgenländer gegen seinen Lungenkrebs gewehrt, kurz vor dem Jahreswechsel wurde er wegen starker Schmerzen ins Krankenhaus nach Graz gebracht.

Der als "Aufdecker" des Magazins geltende Kuch hatte seine Lungenkrebserkrankung von Beginn an über soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook, aber auch medial über Interviews publik gemacht. Auch setzte sich der bis zu seiner Erkrankung starke Raucher vehement für Nichtraucherschutz ein - so engagierte er sich etwa für die Anti-Rauch-Initative "Don't smoke" ( www.dontsmoke.at ).

"Rauchen tötet. Es war die schlechteste Entscheidung meines Lebens, mit dem Rauchen zu beginnen", sagte Kuch. Gefragt, was er als Erfolg dieses Einsatzes ansehen würde, meinte er: "Wenn ein Einziger deshalb aufgehört hat zu rauchen."
 
Geboren wurde Kuch im Jahr 1972 in Oberwart, seit dem Jahr 1996 arbeitete er für "News". Seit 2005 war er Chefreporter des Blattes, ab 2009 Chef der Innenpolitik und seit 2011 stellvertretender Chefredakteur.

Offen mit Erkrankung umgegangen

Er widmete sich vor allem investigativen Geschichten, arbeitete u.a. am Telekom-Skandal, an der Pleitebank Hypo Alpe Adria, der burgenländischen Begas oder an der Bundesliga-Affäre um Peter Westenthaler. Auch die geheimen Briefkastenfirmen von Banker Herbert Stepic machte er öffentlich, der in weiterer Folge als Chef von Raiffeisen International zurücktrat.

Seinen öffentlichen Umgang mit seiner Erkrankung begründete Kuch in einem "Falter"-Interview auch mit seinem Drang nach Transparenz: "Ich kann nicht von allen absolute Transparenz einfordern, und wenn's um mich selber geht, dann ist Schluss, dann zieh ich mich ins Schneckenhaus zurück." Im heurigen Jahr wurde Kuch vom Branchenmagazin "Der Österreichische Journalist" ausgezeichnet - und zwar in der Kategorie Investigation und Engagement.

Der Buchautor - u.a. "Haider - Schatten über Europa" oder "Land der Diebe" - hinterlässt eine Frau sowie eine Tochter. Gefragt nach seinem ersten Gedanken nach Erhalt der Diagnose, sagte Kuch: "Dass ich die Hochzeit meiner heute zwölfjährigen Tochter nicht erleben werde. Da ist alles vorbeigezogen: Ihre Matura, ihr erster Freund - dass ich bei allem nicht dabei sein würde, nur weil ich Trottel geglaubt habe, ich muss rauchen. Ich hätte mich in dieser Sekunde selbst umbringen können vor lauter unendlicher Blödheit."

"Einer der besten Journalisten des Landes"

Die Politik zeigte sich über das Ableben Kuchs betroffen. In Aussendungen würdigten Vertreter von SPÖ, ÖVP, Grünen und NEOS den Verstorbenen. Die Republik sei Kuch zu "größtem Dank" für dessen Aufdeckungen verpflichtete, meinte etwa SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos. Mit Kuch verliere die österreichische Medienlandschaft einen ihrer bekanntesten investigativen Journalisten, sagte ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel.

Als einen der "besten und wichtigsten Journalisten des Landes" würdigte der stv. Vorstand des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Fritz Hausjell, den Verstorbenen.

Das Besondere an Kuch sei gewesen, dass sich dieser nicht gescheut habe, auch "jene problemhaften Zonen" zu thematisierten, die auch die Eigentümervertreter des Verlages betrafen, sagte Hausjell - etwa mit Blick auf die Aufarbeitung der Briefkastenfirmen von Ex-Raiffeisenbanker Herbert Stepic. Auch habe sich Kuch stets für gute Rahmenbedingungen für investigativen Journalismus eingesetzt.

Einen ausführlichen Nachruf lesen Sie in der nächsten Ausgabe der BVZ kommende Woche.