Erstellt am 04. September 2013, 00:00

Nachtlokal: Polizist wollte Ausweise sehen. Amtsmissbrauch / Einige Tage vor Weihnachten 2012 soll ein Polizist im alkoholisierten Zustand seine Befugnisse übertreten haben.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)
Von Elisabeth Kirchmeir

Amtsmissbrauch /  Wegen des Vorwurfs des Amtsmissbrauchs muss sich ein Polizist aus dem Bezirk Güssing vor Gericht verantworten. Er hatte sich am 20. Dezember 2012 nach einer Polizeiweihnachtsfeier mit seinem PKW zu einem Bordell im Bezirk Oberwart begeben.

Später wurde bei ihm eine Alkoholisierung von zwei Promille festgestellt. Im Bordell soll der Polizist die Anwesenden aufgefordert haben, ihre Ausweise zu zeigen, obwohl er dazu nicht befugt war. Die Staatsanwaltschaft klagte ihn wegen Amtsmissbrauch an.

Zeuge: „Für mich war das eine rauschige G’schicht“

Der vom Dienst suspendierte Beamte hatte sich am ersten Prozesstag nicht schuldig bekannt. Der Prozess wurde bereits zweimal vertagt, vorige Woche wurde das Beweisverfahren fortgesetzt, doch zu einem Urteil kam es noch immer nicht. Befragt wurde vorige Woche jener Polizeibeamte, der die Amtshandlung im Nachtlokal führte. „Für mich war die Alkoholisierung maßgeblich“, erklärte er vor Gericht.

Er habe noch nie einem Kollegen den Führerschein abnehmen müssen. Dass wegen Amtsmissbrauch ermittelt wurde, habe er erst zwei Tage später vom Bezirkspolizeikommandanten erfahren. „Für mich war das eine rauschige G’schicht“, so der Zeuge.

Der Prozess wurde neuerlich vertagt, weil sich ein weiterer Zeuge krank gemeldet und nicht zur Einvernahme erschienen war. Zwei beim Vorfall im Dezember 2012 im Nachtlokal anwesende Damen sollten ebenfalls befragt werden, sie sind aber derzeit unauffindbar.