Erstellt am 23. Dezember 2013, 08:20

Nackt auf Facebook. BEZIRK | Weil er Fotos seines 16-jährigen Freundes gepostet haben soll, muss sich ein 22-Jähriger vor Gericht verantworten.

Von Elisabeth Kirchmeir

Dass der 22-jährige Beschuldigte ein homosexuelles Verhältnis zu einem 16-jährigen Burschen pflegte, wird ihm nicht vorgeworfen - das wäre auch nicht strafbar. Strafbar ist es hingegen, pornografische Fotos von Minderjährigen anzufertigen und diese dann der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Genau das soll der 22-Jährige wegen Betrugs vorbestrafte Mann aus dem Bezirk Oberwart getan haben. Er soll Fotos im Zeitraum von November 2012 bis 25. Februar 2013 auf Facebook gepostet haben, die seinen Freund nackt zeigten. Und nicht nur das: Eines der Fotos soll das Opfer auch dabei zeigen, wie es den Beschuldigten oral befriedigt.

Der Beschuldigte hätte am Freitag der Vorwoche eigentlich von der Polizei zur Verhandlung vorgeführt werden sollen, weil er zuvor bereits einem Prozesstermin ferngeblieben war. Doch die Polizisten trafen den Beschuldigten nicht an seiner Wohnadresse an.

Beschuldigte verzichtete auf „Begleitschutz“

Dieser hatte am Freitagmorgen erfahren, dass er von der Polizei gesucht wurde, und meldete sich telefonisch bei Richter Dr. Wolfgang Rauter. Er werde umgehend selbst zum Landesgericht Eisenstadt anreisen.
Dort konnte der Prozess dann mit Verspätung beginnen.
Der Beschuldigte behauptete, mit der Veröffentlichung der Bilder nichts zu tun zu haben. „Wer soll das sonst gemacht haben?“, wunderte sich der Richter.

Die Vorwürfe seien ein „abgekartetes Spiel“ seines damaligen Freundes und eines weiteren Zeugen, meinte der Beschuldigte.
Beide hätten ihm „etwas heimzahlen“ wollen.
Er sei selbst auf keinem Foto zu sehen, man würde ihn wegen seiner auffälligen Tätowierungen am Bauch erkennen.
Der Prozess wurde zur Einvernahme von Zeugen vertagt.