Erstellt am 11. April 2012, 00:00

Neuer Anlauf für die „Ökoregion Oberwart“. PROJEKT / Nach Startproblemen könnten Modellregionen nach Güssinger Vorbild entstehen – vielleicht im gesamten Süden?

 |  NOEN
x  |  NOEN

VON MICHAEL PEKOVICS

REGION / Die Gründung des Vereins „Öko-Energie-Land-Oberwart“ im Juli 2011 kam mit nur sieben teilnehmenden (ÖVP)-Gemeinden einer (politischen) Totgeburt gleich, jetzt soll es anders werden. In der Vorwoche trafen sich die Obmänner der Abwasserverbände mit Günter Toth (Obmann Gemeindebund Bezirk) und Reinhard Koch aus Güssing, um die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) zu diskutieren.

Das Ergebnis: Durch die positiven Signale der Abwasserverbände Tauchental, Stögersbachtal sowie Pinka- und Zickental wären zum derzeitigen Zeitpunkt 19 der 32 Gemeinden des Bezirks Oberwart mit im Boot (siehe Infobox rechts unten). Das (kurzfristige) Ziel ist eine Modellregion Ökoenergieland Oberwart, das an das Erfolgsmodell im Bezirk Güssing angelehnt ist. Und mittel- beziehungsweise langfristig wäre sogar die Schaffung einer Modellregion Südburgenland mit allen drei Bezirken möglich. „Das ist aber noch ein langer Weg, in Güssing waren ja auch nicht gleich alle Gemeinden von Anfang an mit dabei“, sagt Toth, der betont, dass „die Geschichte auf keinen Fall politisch werden darf“. Ins selbe Horn stößt auch Wolfgang Tauss, SP-Bürgermeister in Großpetersdorf und Obmann des Abwasserverbandes Tauchental: „Wir wollen die ARGE Ökoenergieland bilden, damit die Gemeinden Förderungen vom Klimafonds auslösen können. Die leitenden Funktionen werden jeweils mit einem SPÖ- und einem ÖVP-Mitglied besetzt, damit es politisch völlig ausgeglichen ist.“

Ende Mai sollen die  Statuten fixiert werden

 

Im nächsten Schritt werden die Obmänner der Abwässerverbände den jeweiligen Bürgermeistern das Projekt vorstellen. Für Ende Mai ist die nächste Sitzung geplant, in der die Statuten beschlossen werden sollen. „Endlich haben alle erkannt, dass Energie nicht politisch werden darf“, freut sich Koch, der als Berater mit im Boot sitzt. „Wenn es nun auch noch Jennersdorf schafft, den Status Modellregion zu erhalten, dann könnten wir eigentlich ein bezirksübergreifendes Projekt machen.“ Der Bezirk Jennersdorf wurde von einer internationalen Jury abgelehnt, weil die Bewerbung zu sehr auf das Thema „LED“ zugeschnitten war (die BVZ berichtete).

In Oberwart ist jedenfalls nicht nur die ARGE kurz davor, aus der Taufe gehoben zu werden. Auch erste realisierbare Konzepte liegen bereits am Tisch. „Die Schaffung einer interkommunalen Kläranlage, die Versorgung von Gemeindefuhrparks mit Biogas als Treibstoff oder die Errichtung einer Biogasanlage, wo der Grünschnitt der Gemeinden verarbeitet werden kann“, zählt Klaus Gartner auf. „Das Prinzip ist einfach: Wir wollen Konzepte, die helfen, Ressourcen und Energie zu sparen. Mit dem dadurch gesparten Geld soll dann die Modellregion finanziert werden.“