Erstellt am 28. Januar 2015, 10:25

Neumarkt: Täter schlugen sechs Mal zu. Trotz Serie im Bezirk Jennersdorf sieht Polizei keinen Anstieg der Kriminalität – rät aber gleichzeitig zu Vorkehrungen: „Jeder, der in Sicherheit investiert, ist sicherer.“

Güssing: In der Vorwoche brachen unbekannte Täter in die Bäckerei Wolf ein und stahlen Zigaretten um 12.000 Euro, Lebensmittel und Bargeld. Es ist bereits der fünfte Einbruch in sechs Jahren. Firmenchef Joachim Wolf fordert mehr Polizeipatrouillen. Foto: Pekovics/Archiv  |  NOEN, Michael Pekovics BVZ
Wurde 2014 mehr eingebrochen als 2013oder weniger? Die Daten der Kriminalstatistik liegen erst in einigen Tagen vor, die BVZ hat sich dennoch umgehört. So wurden seit Oktober 2014 in den Bezirken Oberwart, Güssing und Jennersdorf seitens der Polizei nur zwölf Einbrüche beziehungsweise Diebstähle gemeldet.

„Häuser liegen unmittelbar nebeneinander“

Der aktuellste Fall ereignete sich in der Nacht auf Sonntag im Künstlerdorf Neumarkt an der Raab: In sechs Häuser wurde eingebrochen, ein Gesamtschaden in der Höhe von 15.000 Euro verursacht.

„Alle Häuser liegen entlang der Landesstraße L 255, teilweise unmittelbar nebeneinander“, heißt es von der Polizei. Auffallend sei, dass Häuser mit Hunden verschont wurden.



Die Täter hatten es überall auf die gleichen Gegenstände abgesehen: Motorsägen und -sensen, einen Rasenmähertraktor, eine Schneefräste, Autoreifen und acht Fahrräder wurden entwendet. Die Diebstähle wurden allerdings allesamt in Garagen oder Nebengebäuden begangen, die Wohnbereiche blieben in allen Fällen unberührt.

„Nicht in Angst und Schrecken versetzen“

Die ermittelnden Beamten konnten einige Spuren sicherstellen, diese werden nun ausgewertet. Trotz dieser Serie will Jennersdorfs Kommandant Siegfried Jud nicht von einer Zunahme der Kriminalität sprechen: „Das kann ich so nicht bestätigen, auch wenn wir in letzter Zeit einige Einbrüche hatten.“ Nun gehe es darum, die Bürger für Sicherheitsmaßnahmen zu sensibilisieren und sie nicht in „Angst und Schrecken“ zu versetzen.

Das rät auch Güssings Bezirkspolizeikommandant Ewald Dragosits: „Jene Haushalte, die in Sicherheit investieren, werden eher verschont. Vor allem in exponierten Lagen sind entsprechende Vorkehrungsmaßnahmen sinnvoll. Jeder, der in Sicherheit investiert, ist sicherer. Das ist auch ein psychologischer Vorteil.“

Steirer ausgeforscht: Täter sind geständig

Offizielle Zahlen über die Entwicklung der Kriminalität im vergangenen Jahr gibt es derzeit noch nicht. Das Burgenland liegt aber immer im vorderen Bereich – was die Aufklärungsquoten betrifft. „Gerade im Segment der Einbruchsdelikte ist das Burgenland im Österreichvergleich im Spitzenfeld“, betont Oberwarts Bezirkspolizeikommandant Oskar Gallop.

Bestätigt wird diese Aussage durch die Klärung einiger Einbrüche in Kantinen in Rechnitz und Burg vom Juli 2014: Bei den Tätern handelt es sich um drei 19-jährige und einen 17-jährigen Burschen, alle aus der Steiermark.

Die Tätergruppe umfasste aber nicht nur diese vier, sondern insgesamt zehn junge Männer. Ausgeforscht wurden sie von der Polizeiinspektion Hartberg, die vier Steirer sind bereits geständig.

Firma Wolf: Fünfter Einbruch in sechs Jahren

Schon in der Vorwoche wurde in die Bäckerei von Joachim Wolf in Güssing eingebrochen. Die unbekannten Täter legten die Stromversorgung lahm und räumten das Geschäft aus. Gestohlen wurden Zigaretten im Wert von 12.000 Euro, Lebensmittel und Bargeld.

Zusätzlich wurde Sachschaden in der Höhe von 1.000 Euro verursacht. Der bereits fünfte Einbruch in sechs Jahren bereitet Firmenchef Wolf Kopfzerbrechen: „Früher, als das Bundesheer hier noch patrouillierte, ist nichts passiert.“