Erstellt am 07. Dezember 2011, 00:00

„Noch in dieser Periode“. GEDENKEN / Auch im Jubiläumsjahr 2011 wurde in Kemeten der Geschichtskreis nicht aufgestellt. „Aber demnächst“, heißt es.

VON SILKE ROIS

KEMETEN / Ein weiteres Jahr geht in der Gemeinde Kemeten ohne errichtete Gedenktafeln zu Ende.

Seit sieben Jahren geplant,  bis heute nicht umgesetzt

Seit 2004 ist davon die Rede, dass vor dem Gemeindeamt ein Geschichtskreis mit Schrifttafeln aufgestellt wird, der Kemetens Geschichte dokumentiert – auch das tragische Schicksal der über 200 Kemeter Roma und Sinti, die während des Zweiten Weltkriegs vertrieben und ermordet wurden – bis heute hat man in der Gemeinde aber keinen geeigneten Zeitpunkt gefunden, um das geplante Projekt tatsächlich umzusetzen. Auf die Frage der BVZ, ob das Jubiläumsjahr 2011, in dem das Burgenland mit vielen Veranstaltungen und Gedenktagen seine 90-jährige Geschichte gefeiert hat, nicht eine schöne Gelegenheit dafür geboten hätte, meint Ortschef Johann Nussgraber: „Ja, das wäre sicher eine Gelegenheit gewesen und wir haben auch daran gedacht, ihn heuer aufzustellen“, es sei sich zeitlich letztlich aber doch nicht ausgegangen.

Ortschef spricht von einem  Abschluss vor der Wahl 2012

Was den Inhalt der Schrifttafeln betrifft, müsse man noch Einiges klären, so Nussgraber. Der Bürgermeister fügt jedoch hinzu, dass man das „demnächst“ machen wolle und die Errichtung des Geschichtskreises „sicher noch in dieser Periode zu einem Abschluss“ bringen werde.

Sarközi: „Beschämend, wie  man sich in Kemeten ziert“

„Wer‘s glaubt, wird selig“, meint zu dieser aktuellen Aussage des Kemeter Bürgermeisters der Roma-Vertreter Rudolf Sarközi, der sich viele Jahre lang für eine Form des Gedenkens in Kemeten eingesetzt hat und „mit diesem Bürgermeister“, wie er sagt, „eigentlich nichts mehr zu tun haben will.“ Es sei „schade“, dass auch das heurige Jahr, in dem man auf die Geschichte des Burgenlands zurückgeblickt hat, nicht genutzt wurde und „nur mehr beschämend, wie sich Kemeten in dieser Sache ziert.“