Erstellt am 13. April 2011, 00:00

Nur 3,95 Tage im Spital. BESUCH / Gesundheitsminister Alois Stöger war vergangene Woche im Südburgenland auf „Stippvisite“.

 |  NOEN
VON SARAH WAGNER UND EVA LEEB

SÜDBURGENLAND / Gesundheitsminister Stöger startete sein Besuchsprogramm im Krankenhaus Oberwart. Vertreter der KRAGES und des Landes präsentierten dem Minister das burgenländische Spitalswesen. Die Strukturen der fünf Spitäler würden laufend verbessert werden, um Kosten einzusparen, sagte Landesrat Peter Rezar und nannte als Beispiel die Spitalsbetten. „Wir haben in den vergangenen fünf, sechs Jahren unsere Gesamtbettenkapazität um zehn Prozent verringert. Zudem haben wir die geringste durchschnittliche Belagsdauer österreichweit. Im Jahr 2009 lag das Burgenland bei 3,95 Tagen, österreichweit waren es 5,54 Tage“, so Rezar.

„Versorgung dort, wo die  Menschen sie brauchen“

Diese Zahlen und Fakten beeindruckten Stöger. Die vom Land Burgenland immer wieder versicherte Standortgarantie für die fünf burgenländischen Spitäler stellt Stöger deshalb auch nicht in Frage. „Die beste Standortgarantie für jedes Krankenhaus ist, gute Qualität anzubieten. Da merke ich, dass hier Engagement herrscht, die Qualität ständig weiterzuentwickeln. Das ist die Standortgarantie im Burgenland“, so der Minister. Es sei wichtig, dass klar sei, dass es „Versorgung dort brauche, wo die Menschen auch leben“, sagte Stöger.

In der BFI-Gesundheitsakademie in Jormannsdorf empfing BFI-Landesgeschäftsführer Peter Maier den Gesundheitsminister. „Wenn man sich schon so intensiv wie wir mit der Qualifizierung in Gesundheitsberufen befasst, ist es nötig zu hinterfragen, wie es weitergehen soll, wohin die Politik uns führt, und auch zu wissen, ob wir mit unseren Ideen richtig liegen“, so Maier. Der Vorstandsdirektor der Kurbad Tatzmannsdorf AG, Mag. Rudolf Luipersbeck, präsentierte dem Minister eine Reihe von Mitarbeitern, die ihre Ausbildung in der Gesundheitsakademie absolviert haben, und wies auch auf die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten für seine Fachleute in Jormannsdorf hin. Gesundheitsminister Stöger zu dieser Art der Ausbildung: „Wenn wir das in ganz Österreich so hätten, wie hier, wären wir einige Sorgen los. Diese Zielorientierung findet man selten. Da sind auch die öffentlichen Mittel sinnvoll eingesetzt.“ BFI-Chef Maier abschließend: „Auch wenn wir keine Großbetriebe und Ballungszentren im Burgenland haben – alt werden und gesund bleiben wollen wir alle. Dazu ist es wichtig, dass wir gerade in diesen Betreuungsberufen aus- und weiterbilden.“

Das Krankenhaus Güssing  ist klein aber oho

Die letzte Station des Besuchstages war das Krankenhaus Güssing. „Es ist zwar nicht das größte, aber dafür das kreativste und innovativste Haus unseres Landes“, so Landesrat Rezar. Seit 2007 verfügt das Spital über eine neue Organisationsstruktur. Fächerübergreifende, an der Pflegeintensität orientierte Stationen, wurden eingerichtet. Die erste Tagesklinik wurde ebenfalls in Güssing eingeführt. „Durch die Aufhebung der Zuordnung der Stationen zu einzelnen Abteilungen wurden sowohl finanzielle als personelle Ressourcen frei, die zur Qualitätsverbesserung und weiteren Leistungssteigerung des Krankenhauses Güssing eingesetzt werden konnten“, erwähnte Minister Stöger. „Güssing könnte ein Maßstab sein“, erläuterte der Ärztliche Leiter Dr. Gerhard Puhr. Als „andenkbar für andere Anstalten“ sieht Minister Stöger die Strukturen in Güssing: „Ziel ist es, Prozesse in den Krankenhäusern transparenter zu gestalten, um die Versorgung zu optimieren.“