Oberschützen

Erstellt am 29. Juni 2016, 05:56

von Michael Pekovics

Stangl verzichtet auf Gym-Direktor-Posten. Vor Hearing gab Pädagoge Franz Stangl bekannt, dass er sich zurückzieht: „Zuviel Porzellan zerschlagen.“

Franz Stangl  |  zvg

Am Montag, zu Redaktionsschluss, erreichte die BVZ die Information, dass Franz Stangl den „Kampf“ um den Direktorenposten am Gymnasium Oberschützen aufgibt. Und das einen Tag vor dem neuerlichen Assessment in Wien, bei dem die Qualifikationen von Stangl und der jetzigen Direktorin Ingrid Weltler-Müller überprüft hätten werden sollen.

Am Assessment teilgenommen hat Stangl aber trotzdem. „Ich habe daran teilgenommen, obwohl einige Gründe dagegen sprechen und ich mir nicht den Vorwurf gefallen lassen will, dass ich kneife“, erklärt Stangl im Gespräch mit der BVZ. „Ich habe aber nicht mehr vor, um die Ernennung zum Direktor weiterzukämpfen.“

„Weder Behörde noch Politik wollen mich als Leiter haben“

Damit findet ein jahrelanger Streit rund um die Bestellung ein überraschendes Ende. 2009 trennten Stangl und Weltler-Müller beim sogenannten Objektivierungsverfahren nur drei Punkte, die jetziger Direktor bekam den Posten schlussendlich zugesprochen.

Lange Zeit musste Stangl dann auf den entsprechenden Bescheid aus dem Ministerium warten, ehe er dagegen beim Verwaltungsgerichtshof berufen konnte. Dieser gab ihm im Mai dieses Jahres recht, worauf der Termin für eine neuerliche Überprüfung der Management-Fähigkeiten (Assessment) für diese Woche festgelegt wurde.

„In diesen sieben Jahren ist viel Porzellan zerbrochen worden, weder Behörde noch Politik wollen mich als Leiter haben – eine gedeihliche Zusammenarbeit kann ich mir unter diesen Umständen beim besten Willen nicht vorstellen“, begründet Stangl seine Entscheidung.

Interview: Warum haben Sie ... im Vorhinein auf den Direktorenposten am Gymnasium Oberschützen verzichtet?

2009 unterlag Franz Stangl knapp Ingrid Weltler-Müller beim Rennen um die Bestellung des neuen Direktors am Gymnasium Oberschützen. Stangl beeinspruchte den Bescheid, bekam im Mai 2016 recht und erhielt neuerlich eine Einladung zu einem Assessment, wo die Fähigkeiten der beiden miteinander verglichen werden.

BVZ: Warum haben Sie im Vorhinein auf den Direktorenposten am Gymnasium Oberschützen verzichtet?
Franz Stangl: Weil bereits zuviel Porzellan zerschlagen wurde und ich mir eine gedeihliche Zusammenarbeit unter diesen Voraussetzungen nicht vorstellen kann. Weder Behörde noch Politik wollen mich als Schulleiter.

BVZ: War der lange Kampf dann umsonst?
Nein, ich habe nicht das Gefühl „verloren“ zu haben. Meine Vorgangsweise war notwendig, schließlich habe ich erreicht, dass dem unterlegenen Bewerber ein Bescheid zugestellt werden muss. Allein dieser „Kampf“ hat fünf Jahre gedauert. Außerdem war die Aufhebung des Bescheids durch das Bundesverwaltungsgericht ein großer Erfolg, der zeigt, dass es sich „die da oben“ nicht so einfach richten können. Aber das System an sich ist scheinbar doch ein zu großer Moloch, um von Einzelnen „besiegt“ zu werden. Ich gehe davor zwar nicht in die Knie, aber ich muss sein „Durchhaltevermögen“ zähneknirschend zur Kenntnis nehmen.