Erstellt am 01. April 2015, 06:15

von Michael Pekovics

Belästigung durch Stalker: Familie in Angst. 52-Jähriger stalkt seit zwei Jahren 15-Jährige. Polizei hat Anzeige erstattet, unter anderem wegen gefährlicher Drohung.

 |  NOEN, Symbolfoto
„Als unsere Tochter vier Jahre alt war, hat er sich in sie verliebt, das hat er uns selbst gesagt“, erzählt die Mutter jener 15-Jährigen (Name der Redaktion bekannt), die seit Jahren von einem 52-Jährigen gestalkt wird. Dutzende Briefe mit teils wirrem Inhalt hat er schon geschickt, immer wieder liegen im Garten Geschenke für den Teenager herum.

Vater wird von Mann laufend provoziert

Als der mutmaßliche Täter kürzlich einen Osterhasen in die Wiese vor das Haus stellte und daneben ein Messer in den Boden rammte, riss der Geduldsfaden der Familie.

Die Eltern setzten alle Hebel in Bewegung und forderte sogar Polizeischutz für das Warten auf den morgendlichen Schulbus an, weil sich der 52-Jährige immer wieder in der Nähe aufgehalten hatte. „Die Intensität der Verfolgung nimmt zu, unsere Lebensqualität ab“, klagt die Familie, deren Tochter sich nicht mehr alleine vors Haus traut.

Fall liegt jetzt bei der Staatsanwaltschaft

Rechtliche Möglichkeiten gegen den Stalker sind schwierig durchzusetzen, weil dieser für unzurechnungsfähig erklärt wurde. „Aber er ist intelligent, hat einen Abschluss und kann sich, wenn es notwendig ist, so verstellen, dass man nichts merkt“, erzählt der Vater, der laufend vom mutmaßlichen Täter provoziert wird. „Da muss man sich schon extrem zusammenreißen, damit einem nicht die Hand auskommt.“

Nach Ermittlungen der Polizei wurde der 52-Jährige jetzt wegen beharrlicher Verfolgung, sexueller Belästigung und öffentlich geschlechtlicher Handlungen sowie gefährlicher Drohung angezeigt, der Fall liegt bei der Staatsanwaltschaft.

„Wir haben unser Möglichstes getan“, heißt es seitens der Polizei. In der Vorwoche wurde der Mann in das Landesnervenklinikum Graz eingeliefert – allerdings nicht zum ersten Mal. „Bisher haben sie ihn immer wieder nach ein paar Tagen entlassen“, fürchtet sich die Familie vor der Rückkehr des 52-Jährigen.