Erstellt am 17. Oktober 2014, 11:53

Suchtgiftring zerschlagen. Das Bezirkspolizeikommando Oberwart hat insgesamt elf Personen, die Cannabis im großen Stil hergestellt und in Umlauf gebracht haben, sowie 35 Suchtgiftkonsumenten, die teilweise auch als Kleinstdealer aufgetreten sind, ausgeforscht.

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Die Beschuldigten stammen aus Wien, Niederösterreich und dem Südburgenland. Alle Beschuldigten sind österreichische Staatsangehörige. Sieben Täter sind im Zuge der Ermittlungen verhaftet worden, fünf von ihnen wurden über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in Untersuchungshaft genommen.

Routinemäßige Fahrzeugkontrolle brachte Polizei auf die Spur

Die Beschuldigten sind größtenteils geständig. Als Haupttäter hat ein 37-jähriger Kraftfahrer einer Magistratsabteilung der Stadt Wien fungiert, der mit drei weiteren Beschuldigten drei sehr professionelle Indooranlagen für die Aufzucht von großen Mengen Cannabis errichtet und betrieben hat. Den Beschuldigten drohen wegen Drogenherstellung und Drogenhandels hohe Haftstrafen.
 
Auf die Spur der Täter kam die Polizei durch eine routinemäßige Fahrzeug- und Lenkerkontrolle auf der Autobahn. Im Rahmen der Schengener Ausgleichsmaßnahmen fanden die Polizeibeamten im Fahrzeug eines 31-Jährigen aus dem Bezirk Güssing eine geringe, versteckte Menge Cannabis.

Indoor-Anlagen in Weinkeller und Erdversteck gefunden

Im Rahmen der folgenden Ermittlungen wurden die drei Indooranlagen entdeckt und die Beschuldigten ausgeforscht.

Die Anlagen waren in einem ehemaligen Weinkeller in Wien, in einem Erdversteck eines Hauses im Bezirk Gänserndorf/NÖ und in einem Kellerraum eines Einfamilienhauses im Bezirk Mistelbach/NÖ eingerichtet. In diesen Anlagen wurden insgesamt 700 Cannabispflanzen sichergestellt.

Drogen im Wert von 1,3 Millionen in Umlauf gebracht

Aufgrund der Ermittlungsergebnisse ist davon auszugehen, dass die Täter in den letzten zweieinhalb Jahren insgesamt mehr als 100 kg Cannabisblüten im Straßenverkaufswert von ca. 1,3 Mio. Euro in Umlauf gebracht haben.
 
Für den „fachmännischen“ Betrieb der Indooranlagen (Heizung, Lüftung, Beleuchtung und Bewässerung) haben die Täter durch Umgehung der Zählwerke auch illegal eine große Menge elektrischen Strom abgezweigt. Dadurch ist ein Schaden von ca. 100.000 Euro entstanden.

Schusswaffen mit Schalldämpfer sichergestellt

Bei insgesamt neun Hausdurchsuchungen wurden u.a. auch rund 40.000 Euro Bargeld, vier Schusswaffen mit Schalldämpfer, 2.000 Stück Munition und sechs Fahrzeuge sichergestellt.
 
Der Bezirkspolizeikommandant von Oberwart, Oberstleutnant Oskar Gallop, berichtete in einer Pressekonferenz, wie wichtig Fahrzeug- und Lenkerkontrollen auch für die Kriminalitätsbekämpfung sind. Oftmals werden diese Maßnahmen der Polizei nur als Schwerpunktaktion für Strafgeldeintreibungen angesehen.

"Wie dieser Fall beweist, werden bei derartigen Routineeinsätzen auch hervorragende Ermittlungsansätze für die Bekämpfung der Schwerkriminalität gewonnen. Durch diese Ermittlungserfolge ist es gelungen viele schwere Straftaten aufzuklären, zahlreiche Kriminelle auszuforschen, festzunehmen und bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige zu bringen", so die Polizei in einer Aussendung.