Erstellt am 20. August 2015, 05:47

von Michael Pekovics

Juwele der Architektur. Mit der evangelischen Friedhofskirche (Holzbaupreis) und der Rotunde (Baujahr 1952) verfügt Oberwart über zwei auffällige Bauwerke. Ein genauerer Blick lohnt sich.

Besuch eines Zimmerers. Johann Zeilinger hat 1952 am Bau der Versteigerungshalle mitgearbeitet. In der Vorwoche besuchte er Josef Obermayer, Roland Poiger und Georg Rosner die Rotunde.  |  NOEN, BVZ

In der Bezirkshauptstadt gibt es unter anderem zwei Bauwerke, die einem nicht jeden Tag auffallen – die Rotunde und die evangelische Friedhofskirche. Beide Holzbauwerke weisen einige Besonderheiten auf, die einen näheren Blick lohnen.

Friedhofskirche erhielt Holzbau-Sonderpreis

Die von Architekt Martin Schwartz geplante Friedhofskirche hat 2012 beim Holzbaupreis einen „Sonderpreis für besondere holzbautechnische Leistungen“ erhalten. Dominierendes Materials des Baus ist Holz, das Kreuz der Kirche ist innen und außen als schlichte Stulpschalung gestaltet.

x  |  NOEN, BVZ

„Bauwerke werden üblicherweise errichtet, um in ihnen Leben stattfinden zu lassen. Dieser Bau bietet Platz für bereits stattgefundenes irdisches Leben“, sagt Schwartz zu seinem Bauwerk.

Und weiter: „Die Friedhofskirche ist rund und kantig wie das Leben, sie zeigt hier Transparenz und bietet dort Rückendeckung.“ Besonders auffällig ist das Glasband der Kirche, das das Dach zu tragen scheint – laut Schwartz ein „gestalterisches Element, das die Hoffnung und Zuversicht im Moment des Abschieds“ darstellen soll.

Rotunde bekam Besuch von „ihrem“ Zimmerer

Einer, der viel über die Rotunde erzählen kann, war in der Vorwoche zu Gast in Oberwart. Johann Zeilinger aus Schwanenstadt war einer der Zimmerer, die 1952 beim Bau mitgearbeitet haben.

„Die Rotunde ist architektonisch ein besonderer Bau, in Österreich wurden nur zwei weitere Hallen dieser Art gebaut. Ich war damals 18 Jahre und habe zwei Monate hier verbracht“, erinnert sich der ehemalige Zimmerer an die alten Zeiten zurück.

x  |  NOEN, BVZ

Friedhofskirche

Die alte Friedhofskirche wurde bereits 1960 erbaut und wies 2007 erhebliche Baumängel auf. Deshalb entschied sich das Presbyterium der Evangelischen Muttergemeinde Oberwart für einen Neubau.

Nach einer zweijährigen Planungsphase begann 2009 der Bau, der 2011 abgeschlossen wurde. Die Gesamtkosten betrugen rund 600.000 Euro.


Rotunde

Gebaut wurde sie 1952 vom Oberwarter Baumeister Gustav Steurer als Vieh-Versteigerungshalle.

Es handelt sich um einen auf gemauertem Fundament errichteten zweigeschossigen, achteckigen Holzbau unter auskragendem Zeltdach, das von einer oktogonalen Laterne mit Zeltdach bekrönt ist. Die Tore sind in Fischgrätverlattung gefertigt.