Erstellt am 18. März 2015, 14:49

von Michael Pekovics

Chance für „Grenzbahn“. Land stellt sich in Pressekonferenzen hinter die Bahn und präsentiert neue Studie. Der Bau der Verbindung Oberwart-Szombathely ist noch nicht fix, scheint aber möglich.

In Oberwart präsentierten Verkehrslandesrat Helmut Bieler und Landesverkehrskoordinator mögliche Trassen für die »Grenzbahn«. Foto: D. Fenz  |  NOEN, D. Fenz
Das Ziel klingt optimistisch: In einer Stunde Fahrzeit könnte man künftig von Szombathely nach Friedberg kommen. Diese Pläne gaben kürzlich Landeshauptmann Hans Niessl, Verkehrslandesrat Helmut Bieler und Landesverkehrskoordinator Peter Zinggl bekannt.

EU stellt Kredite für Projekt zur Verfügung

Hintergrund dieser Entwicklungen ist eine neue Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS), das dem Projekt eine „überdurchschnittliche Rentabilität und einen volkswirtschaftlichen Nutzen“ ausstellt. Das grenzüberschreitende Verkehrsprojekt soll gemeinsam mit Ungarn verwirklicht werden.

„Das Projekt ist bereits als eines der wenigen Eisenbahn-Projekte in den Juncker-Investitionsplan zur Konjunkturankurbelung aufgenommen worden“, sagt Landeshauptmann Hans Niessl.

Konkret bedeutet das, dass die EU Kredite für das Projekt zur Verfügung stellt und durch Förderungen für 40 Prozent der Kosten aufkommen würde. Das garantiere noch nicht den Bau, es gebe aber positive Signale an Ungarn, dass eine Umsetzung realistisch sei, sagt Landesrat Helmut Bieler.

„Wenn die Planungen sofort beginnen, könnte 2019 die Umsetzungsphase starten, die Inbetriebnahme wäre im günstigsten Fall 2023 möglich“, ist Niessl optimistisch.

Kosten von 89 Millionen für österreichischen Teil

Die Bahnstrecke würde dann auf österreichischer Seite zum Großteil auf der bestehenden Strecke verlaufen, bei Schachendorf müsste eine neue Grenzübertrittsstelle geschaffen werden. Diese Neubaustrecke würde von Norden kommend in die Bestandsstrecke der Raaberbahn am Bahnhof Szombathely einbinden, damit wären Anbindungen in Richtung Wiener Neustadt und Wien möglich.

Auch erste Kostenschätzungen gibt es bereits: 119 Millionen kostet das gesamte Projekt, 89 Millionen davon würden auf den österreichischen Teil entfallen. „Das Land bekennt sich klar und deutlich zum Projekt“, sagt Niessl, auch wenn er einräumen muss, dass noch nichts fix ist: „Aber die Grundlagen sind geschaffen.“

Die Opposition reagiert ungläubig: „Und täglich grüßt das Murmeltier, immer vor der Wahl spricht sich die SPÖ für die Bahn aus und danach wird das Thema aufs Abstellgleis geschoben“, ätzt der Grüne Wolfgang Spitzmüller. Und Norbert Hofer von der FPÖ hat diesbezüglich eine parlamentarische Anfrage eingebracht: „Ich warte gespannt auf die Antworten, das Projekt ist für die Region von großer Bedeutung.“