Erstellt am 28. Januar 2015, 05:24

von Michael Pekovics

Spital fehlen Ärzte. Ärztegesetz hat Auswirkungen: Wartelisten für Operationen in Oberwart werden länger. Laut Land keine Auswirkungen auf Akutfälle.

 |  NOEN, Pekovics
„Wartezeiten und Terminverschiebungen“ – das sind die Auswirkungen des neuen Arbeitszeitgesetzes für Ärzte auf die Patienten heißt es seitens der Ärztekammer (siehe dieswöchige BVZ, Seite 2).

Trotzdem werden händeringend Ärzte gesucht

„Durch das Gesetz ist es zu Änderungen gekommen, zum Beispiel, dass der Arzt im Nachtdienst im Tagdienst nicht mehr zur Verfügung steht. Dadurch kann es zu längeren Wartezeiten in der Ambulanz und zu Verschiebungen von planbaren Operationen kommen. Die Akutbehandlung jedenfalls ist in allen unseren Krankenanstalten gesichert“, sagt dazu Landesrat Peter Rezar (SPÖ).

Das trifft natürlich auch auf das größte Krankenhaus des Landes in Oberwart zu. Trotzdem werden derzeit händeringend Ärzte gesucht – ein Chirurg, ein Facharzt für Kinderheilkunde und ein Anästhesist (Assistenz fürs Krankenhaus Güssing) sind derzeit auf der Homepage www.krages.at ausgeschrieben.

„Zeit auf Wartelisten wird wohl länger“

Ebenfalls auf dieser Homepage sind die Wartelisten für Operationen zu finden. Im November 2014 (aktueller Stand) betrug die Wartezeit für einen Gelenkersatz (Hüfte und Knie) in Güssing 20 und in Oberwart acht Wochen, auf eine Arthroskopie in Güssing musste man im November ebenfalls acht Wochen warten.

„Die Wartezeit wird sich wohl verlängern“, heißt es dazu aus dem Büro von Rezar, betont aber gleichzeitig, dass „Akutfälle nicht betroffen sind“. Außerdem würden Operationen, die zur Abklärung von Beschwerden notwendig sind, ebenfalls nicht aufgeschoben werden.

Laut einem Mediziner warten dessen Patienten „bis zu sechs Monate“ auf einen Operationstermin: „Einer Patientin mit Krampfadern wurde sogar nahe gelegt, sich an einer anderen Abteilung operieren zu lassen“, erzählt der Arzt. Das Land ist jedenfalls auf der Suche nach neuen Ärzten: „Da geht es nicht nur ums Spital, sondern auch um den niedergelassenen Bereich, also Landärzte.“