Erstellt am 02. Juli 2014, 09:57

von Vanessa Bruckner

Streetwork zieht um. Der Mietvertrag für das Jugend- und Beratungszentrum der Oberwarter „Streetworker“ läuft aus. Per Ende des Jahres wird in Evangelische Kirchengasse gesiedelt.

Offene Tür. Die Betreuer von Streetwork Oberwart haben stets ein offenes Ohr für ihre Kids. Gefördert wird die Einrichtung zum Großteil vom Land Burgenland. Ein Drittel der Kosten übernimmt die Stadt Oberwart. Foto: Vanessa  |  NOEN, Vanessa Bruckner
„An diesem Haus hängen so viele schöne Erinnerungen“, erzählt Christina Pranger wehmütig. Zehn Jahre lang war der Verein „Streetwork Oberwart“ in der Reichlgasse beheimatet. Jetzt heißt es Abschied nehmen, denn der Mietvertrag wird vom Privateigentümer nicht verlängert.

Keine Miete: Stadtgemeinde ist Eigentümer

Mit Ende des Jahres steht deshalb ein Umzug ins Haus. Wohin die Betreuer und ihre rund 100 Jugendlichen gehen werden, ist, laut Oberwarts Vize, Didi Misik, bereits beschlossene Sache: „Das Gebäude in der Evangelischen Kirchengasse, in dem früher das Wasserbauamt beheimatet war, wird neues Zuhause für die Streetworker“, verrät dieser. Die gesamte erste Etage ist dafür vorgesehen.

Vorteil: Die Stadtgemeinde, die rund ein Drittel der Finanzierung des Vereines übernimmt, ist Eigentümer des Gebäudes und erspart sich somit die Miete.

Streetwork – Institution seit dem Jahr 2004

2004 wurde Streetwork Oberwart ins Leben gerufen. War man die ersten Jahre wirklich noch „on the road“, versteht sich die Arbeit der Einrichtung heute mehr als ein Zentrum, in dem sich Jugendliche aus Oberwart und Umgebung in ihrer Freizeit treffen. Im Haus in der Reichlgasse wird gekocht, Volleyball gespielt, gekickt, Film geschaut oder „was Jugendliche sonst eben so machen.“

Zwischen 13 und Anfang 20 sind diese alt. „Viele kennen und begleiten wir vom Teenageralter bis hin zum Führerschein und danach hinaus“, so Betreuer Tom Schneeweis. Circa 100 Jugendliche besuchen aktuell regelmäßig das Haus in der Reichlgasse.

„Jährlich kommen wir auf fast 4.000 Besuche von Kids“, ergänzt Csoknyai. Der eine besucht die HTL, die andere geht in die Neue Mittelschule, der dritte macht eine Lehre und sein Freund, der ihn das erste mal zu Streetwork mitgenommen hat, steht kurz vor der Matura in der HBLA.

„Ich verbringe hier gerne meine Freizeit, weil ständig etwas los ist“, sagt der 14-jährige Luca und sein Freund Enis fügt an: „Definitiv besser als den halben Tag lang im Stadtpark rumzusitzen.“ Damit den Kids auch bestimmt nicht langweilig wird, gibt es regelmäßige gemeinsame Aktivitäten und Ausflüge.