Erstellt am 25. Februar 2015, 09:36

von Michael Pekovics

Wirbel um Keime – Patient heimgeschickt. Patient des Oberwarter Krankenhauses fühlt sich schlecht behandelt, weil er trotz Infektion nach Hause geschickt wurde.

Thorsten M. und seine Familie sind verzweifelt. Die Frau des 28-Jährigen erwartet das zweite Kind und hat Angst, sich anzustecken. Deshalb schläft er derzeit in der Küche.  |  NOEN, Pekovics
„Ich darf keinen Kontakt zu meiner Familie haben, möglicherweise gehöre ich in Quarantäne.“ Der 28-jährige Thorsten M. und seine Familie sind verzweifelt. Anfang Feber wurde bei ihm eine Infektion mit MRSA-Keimen festgestellt und trotzdem wurde er nach Hause geschickt und nicht stationär aufgenommen.

„Gefahr für Spital, aber keine für Schwangere?“

„Im Spital haben sie gemeint, dass sie das ganze Krankenhaus schließen müssen, wenn ich dableibe. Aber für meine im achten Monat schwangere Frau und mein 20 Monate altes Kind soll ich keine Gefahr darstellen?“, fragt der 28-Jährige verzweifelt.

Als er 2013 eine ähnliche Erkrankung hatte, wurde er sofort in Quarantäne genommen, jetzt müsse er auf der Bettbank in der Küche schlafen und sei ständig dabei, alles, was er berührt habe, zu desinfizieren.

Außerdem habe er Angst, so wie auch schon 2013, seinen Job zu verlieren, wenn er länger im Krankenstand bleibt: „Damals war ich in knapp zwei Wochen wieder gesund, jetzt kann es mehrere Wochen dauern. Wenn meine Verbände gewechselt werden müssen, bin ich immer ganz am Ende dran, weil danach der ganze Raum desinfiziert werden muss – und daheim soll das alles kein Problem sein?“

Entsprechende Antibiotika wurden verschrieben

Kurt Resetarits, ärztlicher Leiter des Krankenhauses, beruhigt: „Dieser Keim ist für gesunde Menschen nicht gefährlich, er greift nur Schwerkranke an. Unsere Ärzte haben nach bestem Wissen und Gewissen und nach allen Regeln der medizinischen Kunst gehandelt.“

Menschen, die mit dem MRSA-Keim infiziert sind, sind nicht stationär aufnahmepflichtig, außerdem wurden dem Patienten die entsprechenden Antibiotika verschrieben. Resetarits tue es leid, dass „wir es nicht geschafft haben, den Mann und seine Familie zu beruhigen, obwohl wir es mehrmals versucht haben.“

Die Familie des 28-Jährigen hat nun einmal den Patientenanwalt eingeschaltet und hofft darauf, dass Thorsten M. bald wieder gesund wird.