Erstellt am 10. März 2016, 06:34

von Michael Pekovics

Orte mit „vielen Hürden“. 87 Prozent aller 190 Ortsteile des Landes befinden sich in den drei südlichen Bezirken des Landes. Bezirk Oberwart hat mit 32 Gemeinden und 83 Ortsteilen die Nase vorn.

Ortschef Wilhelm Müller (Weiden bei Rechnitz) hat in seiner Gemeinde insgesamt elf Ortsteile.  |  NOEN, zVg

Sinkende Bevölkerungszahlen, steigende Kosten für Sozialleistungen, höhere Anforderungen an die Infrastruktur – die Herausforderungen der burgenländischen Gemeinden sind vielfältig und von Nord bis Süd dieselben.

Was jedoch zahlreiche Kommunen im Südburgenland von anderen unterscheidet, ist die große Anzahl von Ortsteilen. Die Bürgermeister Renate Habetler (SPÖ Bernstein) und Manfred Kertelics (ÖVP Tobaj) haben unlängst diesbezüglich eine Petition ans Land gestartet (

und ganz unten).

„Es sind eben andere Voraussetzungen“

Die 32 Gemeinden im Bezirk Oberwart zählen 83 Ortsteile, in Güssing (28 Gemeinden, 51 Ortsteile) und Jennersdorf (12 Gemeinden, 32 Ortsteile) ist die Situation ähnlich.

„Eine Streusiedlung bringt immer viele Hürden mit, sich von Problemen will ich da aber nicht sprechen. Es sind eben andere Voraussetzungen, die eine Gemeinde mit vielen Ortsteilen hat“, sagt Weichselbaums Bürgermeister Willibald Herbst (ÖVP), dessen Gemeinde vier Ortsteile hat.

Sein Amtskollege Wilhelm Müller (Foto oben) hat in seiner Gemeinde insgesamt elf (!) mehr oder weniger große Ortsteile zu bewältigen.

Müller: „Natürlich ist das schwer mit acht Feuerwehren und neun Friedhöfen, auch der soziale Wohnbau kommt unterm Strich teurer als in größeren umliegenden Gemeinden. Und dort ziehen dann die Jungfamilien hin, die wir dringend brauchen würden – quasi eine ländliche Stadtflucht in Orte wie Rechnitz oder Großpetersdorf.“

Auch Olbendorfs Bürgermeister Wolfgang Sodl (links; SPÖ) kennt die Probleme von großen Streusiedlungsgemeinden, sein Ort wird schließlich nicht umsonst „Neunmaldorf“ genannt.

Eine Benachteiligung im Vergleich zum Norden sieht er nicht: „Es gibt ja auch die Möglichkeit der Bedarfszuweisungen über den Landeshauptmann, wo man sicher den einen oder anderen Bedarf decken kann“, so der Landtagsabgeordnete.


 

Zum Thema: