Erstellt am 23. Dezember 2015, 12:03

von Vanessa Bruckner

Ortschef ging „Licht auf“. Tausch auf energiesparende Straßenbeleuchtung stellte sich als Reinfall heraus. Gemeinde klagte ausführende Firma – und erreicht Vergleich.

 |  NOEN, Johann Ployer
2011 fiel in Mischendorf die Entscheidung, auf Energiesparlampen in puncto Straßenbeleuchtung umzustellen. Im selben Jahr schloss der Gemeinderat unter dem damaligen Bürgermeister Johann Wagner einen entsprechenden Vertrag für die öffentliche Straßenbeleuchtung ab.

10 anstatt der garantierten 50,5 Prozent Einsparung

Die ausführende Firma „Energie Systems Easy KG“ mit ihrem Geschäftsführer Gerald Kozler, versprach ein Energieeinsparpotenzial von 50,5 Prozent, dadurch sollte ein Großteil der Investitionssumme von 163.000 Euro finanziert werden.

2013 war dann auch die letzte Glühlampe in der Großgemeinde getauscht. Das böse Erwachen folgte rasch.
Der amtierende Bürgermeister Martin Csebits, selbst ausgebildeter Elektrotechniker, nahm die Energiekosten vor und nach der Umstellung der Straßenbeleuchtung genauer unter die Lupe.

Der Ortschef: „Statt der vertraglich garantierten 50,5 Prozent Einsparung, kamen wir lediglich auf 10 Prozent. Außerdem wurden statt der versprochenen energiesparenden, modernen Leuchten lediglich handelsübliche Metalldampflampen eingebaut.“

Bereits in der Umbauphase gab es, so Csebits, Probleme mit der ausführenden Firma. Die Gemeinde überlegte daraufhin einen Rücktritt vom Vertrag, was bedeutet hätte, einen Rückbau der alten Leuchten zu akzeptieren. „Das war aber nicht mehr möglich, weil diese bereits verschrottet waren und wir nicht riskieren konnten, längere Zeit ohne Straßenbeleuchtung auszukommen“, erklärt der Bürgermeister.

Auch andere Gemeinden im Land betroffen

2013 folgte dann, durch Betreiben des Ortschefs, der Gang zum Rechtsexperten. „Nach etlichen Verhandlungen, die sich über den Zeitraum von zweieinhalb Jahren erstreckten, konnte ein Vergleich herbeigeführt werden, der der Gemeinde Mischendorf eine Ersparnis von knapp 91.000 Euro bringt. Das entspricht einer Einsparung gegenüber dem ursprünglichen Investitionsvolumen von knapp 56 Prozent“, so der Bürgermeister, der mit seiner Erkenntnis auch der Stadt Oberwart einige Kosten und Ärger ersparte.

Csebits: „Die Oberwarter hatten auch überlegt, die besagte Firma zu engagieren. Ich habe den Bauhofleiter daraufhin informiert.“

Mischendorf selbst kam mit einem blauen Auge davon. Burgenlandweit sind aber, Informationen zufolge, weitere Gemeinden betroffen.