Erstellt am 18. November 2015, 09:49

von Vanessa Bruckner

Orovits sagt leise „Servus“. 43 Jahre lang war Josef Orovits in der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft tätig. Kürzlich legte der 78-Jährige sein Amt zurück. Zeit, für einen Rückblick.

Ist stolz auf die Entwicklung der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft - Josef Orovits.  |  NOEN, zVg, Bruckner
Niemand hat wohl mehr Spaten zuhause als Josef Orovits. „Genau weiß ich es nicht, aber ich denke, es werden so um die 200 Spatenstiche gewesen sein, bei denen ich dabei war“, verrät das sympathische Urgestein der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG).

Der gebürtige Schandorfer trat 1972 als Funktionär ein, von 1973 bis 2007 war er Obmann und seither Vorsitzender des Aufsichtsrates. Jetzt ist aber Schluss, Orovits stellte seine Funktion als Vorsitzender zur Verfügung.

„Mein Leben war erfüllt von meinen Tätigkeiten in der OSG, aber nun ist es Zeit, für neue Gesichter“, so der ambitionierte Ingenieur im Ruhestand.

„Meine Familie hatte immer Verständnis“

1969 kauft sich der Oberwarter ein Grundstück in der Stadtgemeinde. „Meine Frau und ich haben dann mit dem Hausbau begonnen, so bin ich damals auf die Möglichkeit der Wohnbaugenossenschaft gekommen und 1972 als Ersatzmitglied in den Aufsichtsrat gewählt worden“, erzählt Josef Orovits im Gespräch mit der BVZ. Bereits ein Jahr später wird er Obmann der OSG. Der gelernte Techniker ist noch heute überzeugt, dass „eine Genossenschaft eine wichtige Institution ist, um rasch und unkompliziert bauen zu können“.

150 Spaten übergab der heute 78-Jährige im Jahr 2007 an die vielen Hauswarte, die heute für die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft arbeiten. „In meiner 34-jährigen Tätigkeit als Obmann habe ich jeden Spaten, den ich im Zuge von den Spatenstichen in der Hand hatte, aufgehoben. Das war schon eine ordentliche Sammlung“, erinnert sich Orovits.

Die Entwicklung der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft zur größten Institution im Lande mache ihn, so der ehemalige Beamte, nach wie vor sehr stolz. Neben seinem Beruf, seinen vielen Funktionen in der OSG und auch im Fußball blieb allerdings oft nur wenig Zeit für Familie und Privates. „Wenn ich im Straßenbauamt Dienstschluss hatte, ging es täglich sofort weiter in die OSG. Wichtige Dinge kannten kein Wochenende und ich bin froh, dass meine Familie, allen voran meine Frau, stets so großes Verständnis für meine Arbeit hatte.“

Dass ein solcher Tausendsassa wie Josef Orovits niemals ganz Ruhe geben kann, ist aber jedem klar, der ihn kennt. „Bei dem einen oder anderen Anlass der OSG wird man mich wahrscheinlich noch antreffen“, gesteht er augenzwinkernd. Schön, denn jetzt mal ehrlich: Was wäre ein Spatenstich in der Region ohne Josef Orovits?