Erstellt am 13. Juli 2011, 00:00

Park-Sheriffs beurlaubt: Polizei darf weiter strafen. KURZPARKZONE / Keine Überwachung der Parkzeit mehr durch private Firma. Die Kosten waren höher als die Einnahmen.

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VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / In der vergangenen Woche wurde die Überwachung der Kurzparkzonen durch die private Sicherheitsfirma secdec aus Vorau eingestellt. Die Regelung der Kurzparkzone an sich bleibt aber weiter aufrecht, wie Bürgermeister Gerhard Pongracz (SPÖ) betont. Die Parkuhr muss weiter gestellt und sichtbar in den Pkw gelegt werden. Denn die Polizei ist nach wie vor berechtigt zu kontrollieren und zu strafen, warnt Pongracz. Damit ist auch die interne Vereinbarung mit den Parkraumüberwachern hinfällig. Denn obwohl auf den Hinweistafeln eine Dauer von 1,5 Stunden angegeben ist, durften Pkw seit Ende 2010 zwei Stunden parken, ohne Strafe zahlen zu müssen.

Überwachung hat mehr  gekostet als gebracht

Der Hintergrund der Aktion ist ein finanzieller. Denn wie Stadtchef Pongracz auf Nachfrage der BVZ bestätigte, hätten die Kosten für die Überwachung die Einnahmen um ein Vielfaches überschritten. Der positive Aspekt dabei ist aber, dass die Kurzparkzone mittlerweile fest im Bewusstsein der Autofahrer verankert ist, sagt Pongracz. Wir werden uns jetzt die Situation einmal anschauen und dann entscheiden, wie es weitergeht. Die Überwacher stehen jedenfalls auf Abruf bereit. In den Sommermonaten sollte es ohnehin keine Probleme geben, eventuell wird aber ab September wieder kontrolliert.

Strafen von der Polizei  kosten um sechs Euro mehr

Seit elf Jahren gibt es die Kurzparkzone bereits, rund 850 von den insgesamt zirka 2.000 Parkplätzen in der Oberwarter Innenstadt sind als Kurzparkzone ausgewiesen. Im Endeffekt hat die Überwachung der Stadt immer nur Geld gekostet, sagt Vizebürgermeister Georg Rosner (ÖVP). Die Einnahmen waren gering und viele Pkw-Fahrer aber auch zahlreiche Geschäftsleute waren verärgert. Rosner glaubt nicht, dass es in den nächsten (Ferien)wochen zu Problemen kommen wird. Aber natürlich müssen wir uns anschauen, wie sich die fehlende Überwachung jetzt auswirkt.

Strafen für Langzeitparker kann es dennoch geben und die werden höher als bisher ausfallen. Wurden von den Mitarbeitern der Firma secdec 14 Euro verrechnet, würde eine polizeiliche Strafe 20 Euro ausmachen. Evelyn Handler, Inhaber der Firma secdec, Vorau, zeigte sich auf Anfrage der BVZ etwas verstimmt, wollte aber keine Stellungnahme abgeben. Angeblich soll es in den kommenden zwei Wochen zu einem Treffen zwischen secdec und Vertretern der Gemeinde kommen.