Erstellt am 31. August 2011, 00:00

Perfektes Klima, aber Gefahr durch Schädling. WEIN / Nach Eindämmung in der Steiermark kommt die Amerikanische Rebzikade nun ins Burgenland. Die Winzer beruhigen.

Die fünf Millimeter große Amerikanische Rebzikade wurde erstmals 2004 in Österreich entdeckt.ZVG/N. ZEISNER, AGES WIEN  |  NOEN
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VON MICHAEL PEKOVICS

REGION / Die Freude der Winzer über die voraussichtlich gute Weinernte wurde in der Vorwoche durch eine Meldung der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) etwas getrübt. Laut der Agentur wurde die Amerikanische Rebzikade, die die Krankheitserreger „Flavescence dorée“ (Anmerkung: „goldgelbe Vergilbung“) verbreiten, in den Uhudlergebieten rund um Heiligenbrunn und auch am Eisenberg gesichtet.

Stefan Winter von der Landwirtschaftskammer beruhigt: „Das Auftreten des Tieres selbst ist nicht schlimm. Bis jetzt ist noch kein Krankheitsfall bekannt.“ Winzer und Bürgermeister Franz Wachter (Dt. Schützen-Eisenberg) ist derselben Meinung: „Bei uns ist der Schädling noch kein Problem, wir konzentrieren uns auf die Ernte.“ Laut Hans Stangl, Obmann des Weinbauverein Winten, ist „die Zikade im ungarischen Bereich des Eisenberg gefunden worden. Sollte es auch bei uns einen Fall geben, wenden wir uns sofort an die Fachleute.“ „Heuer waren drei Stöcke befallen, wir schneiden sie dann um und verbrennen sie“, weiß Béla Wölfinger, Winzer aus Ungarn (Grosdorf). In Jennersdorf ist bislang noch kein Fall bekannt. „Wir sind schon seit drei Jahren in einem Monitoringprojekt und hatten bislang keinen Fall. Die gefährlichste Zeit liegt schon hinter uns, weil die Hauptflugzeit vorbei ist“, sagt Weinbauvereinsobmann Josef Pfeiffer.

Winzer freuen sich schon  auf eine „gute, tolle Ernte“

 

Was für die Winzer derzeit viel wichtiger ist, ist die nahende Weinlese. Im Nordburgenland wurde vereinzelt schon mit der Ernte von frühen Sorten begonnen, im Süden steht sie unmittelbar bevor. Nach dem schlechten Vorjahr mit teilweisen Ernteausfällen von bis zu 40 Prozent wird heuer sowohl quantitativ als auch qualitativ eine Steigerung erwartet. „Die zuletzt warmen Temperaturen haben die Entwicklung ziemlich voran getrieben. Jetzt sind vor allem für den Blaufränkisch warme Tage und kalte Nächte wichtig, damit die Mineralisierung gut verläuft“, weiß Wachter. Der Witterungsverlauf sei heuer aber geradezu ideal gewesen, vereinzelte Hagelunwetter hätten nur wenig Schaden angerichtet.