Erstellt am 23. Juli 2014, 12:04

von Claudia Hochwarter und Vanessa Bruckner

Pflegeheime: „Tierisch“ alt werden. Sind Tiere in Alterseinrichtungen eigentlich erlaubt? Und wenn ja, welche Kriterien müssen Rex & Mitzi dafür erfüllen? Die BVZ hat in einigen Pflegeheimen nachgefragt.

Freund auf vier Pfoten. Katrin Hübner und Hund Spiky gehören seit Jahren zum fixen »Pflegepersonal« im Haus St. Vinzenz. Spiky ist der Liebling aller Bewohner und stets für eine kleine Showeinlage zu begeistern. Foto: Hochwarter  |  NOEN, Claudia Hochwarter
Frauchen zieht um und Waldi darf nicht mit. Oder doch? Der Umzug in ein Pflegeheim ist für viele ältere Menschen eine große und vor allem einschneidende Lebensumstellung.

Landesweit rechtlich gesehen überall gestattet

Eine fremde Umgebung, neue Gesichter und auch die bislang gewohnten Abläufe im Alltag ändern sich. Viele Senioren gehen davon aus, sich beim Umzug vom geliebten Haustier trennen zu müssen. Falsch gedacht! Eine Tierhaltung ist in allen landesweiten Alterseinrichtungen rechtlich gesehen gestattet.

Im SeneCura Sozialzentrum in Stegersbach sind Tiere seit je her willkommen, einzig gesund müssen die Vierbeiner sein. Dies ist durch einen ärztlichen Bescheid zu belegen. Zu den erlaubten Tierarten im SeneCura zählen Vögel, Kleintiere sowie Hund und Katz.

Auch das Mutter Teresa Haus in Jennersdorf beherbergt tierische Bewohner. Zwei Katzen werden hier von den Bewohnern verwöhnt. „Die Tiere werden sehr gut angenommen, aber natürlich sind sie auch ein Mehraufwand hinsichtlich Pflege und Kosten“, berichtet Pflegeleiterin Erika Gumhold.

Landesrat begrüßt Tiere in Pflegeheimen

Die meisten Heime informieren allerdings kaum bis gar nicht darüber, dass Tiere im Haus grundsätzlich erlaubt sind. Der zuständige Soziallandesrat Peter Rezar begrüßt Tiere in Pflegeheimen mit Nachdruck: „Es steht unbestritten fest, dass Tiere eine wesentliche Bereicherung für Menschen sein können.

Älteren Personen, die in ein Pflegeheim einziehen und ihr Haustier mitnehmen können, fällt der Übergang oft viel leichter. Als ebenso positiv erweisen sich Besuchsdienste mit Tieren oder tiergestützte Therapien. Es gilt wissenschaftlich als gesichert, dass diese eine positive Wirkung auf depressive und demenzkranke Menschen haben.“

Das Wohl der Tiere muss an erster Stelle stehen

Auch dem Pflegepersonal wird deshalb mittlerweile immer öfter erlaubt, den eigenen Hund mit zur Arbeit zu bringen. Katrin Hübner, Pflegerin im Haus St. Vinzenz in Pinkafeld, wird seit zwei Jahren von Hund Spiky zur Arbeit begleitet. Die Senioren freut's.

„Ich bin ein Tiernarr, von mir aus könnten noch viel mehr Hunde da sein“, sagt Heimbewohnerin Berta Hutter, eine Bewohnerin, die Spiky besonders lieb gewonnen hat. Am Ende gilt es aber, auf das Wohl der Tiere Rücksicht zu nehmen. „Wenn ein Hund einen Garten gewöhnt ist, kann man ihm nicht zuzumuten nur mehr im Haus zu wohnen“, gibt Josef Berghofer, Leiter des Hauses St. Vinzenz abschließend zu bedenken.