Erstellt am 09. September 2015, 08:07

von Eva-Maria Leeb und Michael Pekovics

Familie sucht Quartier. Bürgermeister Kurt Maczek hat Bedenken gegen die Unterbringung einer Flüchtlingsfamilie in einer Genossenschaftswohnung.

»Probleme müssen auf sachlicher, nicht auf emotionaler Ebene gelöst werden«, meint Diakonie-Chefin Sieglinde Pfänder.  |  NOEN, BVZ

Die Unterbringung von Flüchtlingen ist auch in der Stadtgemeinde Pinkafeld ein Thema. Aktuell sind hier rund 30 Menschen, vorwiegend privat, untergebracht.

Am Montag hätte nun eine Familie in Pinkafeld zusammengeführt werden sollen.

„Habe mich etwas überrumpelt gefühlt“

Der Vater ist schon länger in Rechnitz untergebracht, seine Frau und die Kinder sind jetzt auch in Österreich. Die Diakonie hatte eine Wohnung in Pinkafeld angemietet, in der diese Familie zusammenleben hätte sollen. Die Betreuung, ebenfalls durch die Diakonie und ehrenamtliche Helfer, war bereits organisiert.

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Bürgermeister Kurt Maczek hat der Unterbringung allerdings kein Okay erteilt.

„Ich wurde Montagfrüh damit konfrontiert und habe mich etwas überrumpelt gefühlt. Wir haben Möglichkeiten, Flüchtlingsfamilien in Pinkafeld unterzubringen. Die Unterbringung von Flüchtlingen in einem Wohngebiet ist nicht unproblematisch, vor allem für die Anrainer. Diese gehören eingebunden und auch der Bürgermeister“, erklärt der Stadtchef seine Sichtweise.

Gespräch suchen und Lösungen finden

Die Oberwarter Pfarrerin Sieglinde Pfänder, Geschäftsführerin der Diakonie Burgenland, hat einen Gesprächstermin mit Bürgermeister Maczek für Donnerstag dieser Woche ausgemacht. Sie will versuchen die Wogen zu glätten.

„Ich möchte versuchen, hier einen Konsens zu erreichen. Die Leute reagieren derzeit alle sehr aufgeregt. Ich werde versuchen, mit ihm ein Gespräch zu suchen und eine Lösung zu finden. Es geht hier um eine Familie. Verschiedene Optionen sind hier sachlich zu klären und nicht auf emotionaler Ebene“, so die Chefin der Diakonie.

Natürlich sollen die Nachbarn eingebunden werden. „Wir wollen das Gespräch mit den Anrainern suchen. Unsere Idee wäre auch, ein Nachbarschaftsfest zu veranstalten, damit sich Flüchtlinge und Bevölkerung näher kennenlernen können“, hofft Pfarrerin Pfänder auf eine gütliche Einigung.