Pinkafeld

Erstellt am 10. August 2016, 09:13

von BVZ Redaktion

Wirbel um Asylquartier: Ein Fall für die Behörden. SOS Mitmensch bringt „unzumutbare“ Zustände in Pinkafelder Flüchtlingsunterkunft zur Anzeige. Betreiber weist Vorwürfe scharf zurück.

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Anfangs wohnten zehn Asylwerber in dem abgelegenen Haus im Lampelfeld. In den vergangenen Monaten waren es, so Rainer Klien von SOS Mitmensch, zu Spitzenzeiten fast doppelt so viele.

Zu wenig Platz für zu viele Männer sei aber nur eines von zahlreichen Missständen, wegen denen der Verein jetzt den Betreiber und die verantwortlichen Behörden angezeigt hat.

„Es gibt keinen Kanalanschluss, die Unterkunft ist massiv überbelegt und für aktuell 15 Leute im Haus gibt es nur eine Dusche und ein WC. Im Keller leben außerdem noch Schafe, deren Gestank zieht sich durchs ganze Haus. Draußen stapeln sich Müllberge und die ziehen natürlich Ratten an“, berichtet Klien von SOS Mitmensch außerdem.

Stritzl: „Man will mich nur schlecht machen“

11 Euro pro Tag und Bewohner bekommt der Betreiber der Asylunterkunft. „Das ist eine Menge Geld und ist berechtigt, wenn alles den rechtmäßigen Anforderungen entspricht, aber nicht für diesen Schweinestall“, kritisiert Klien scharf.

Der Betreiber, René Stritzl, sieht das freilich anders: „Wir haben laufend Kontrollen von den zuständigen Behörden, da hat immer alles gepasst. Auf einen Kanalanschluss warte ich seit Monaten. Ich erfülle alle Auflagen. Da wollen mich bestimmte Leute schlecht machen, mehr steckt da nicht dahinter.“

Er selbst sei täglich vor Ort, um nach dem Rechten zu sehen. Das Verhältnis zu den Männern in seiner Asylunterkunft beschreibt Stritzl als „sehr gut und freundschaftlich.“ Das wiederum stimmt, laut SOS Mitmensch, keineswegs.

„Die Bewohner berichten von Drohungen demzufolge Herr Stritzl sie, im Falle einer Missachtung seiner Anordnungen, nach Ungarn abschieben lassen würde,“ so Klien.

Nicole Paur vom zuständigen Amt der Landesregierung zu dem Fall: „Das Referat Grundversorgung war vergangen Woche vor Ort und hat die Zustände, die in der Anzeige von SOS Mitmensch angegeben werden, so nicht vorgefunden. Etwaige baubehördliche Mängel werden jetzt aber von der BH geprüft.“

Zwischen dem Besuch von SOS Mitmensch und jenem der Grundversorgung lagen allerdings drei Wochen. „Das wusste Herr Stritzl und hatte so genug Zeit, um vieles ins rechte Licht zu rücken,“ gibt Klien zu bedenken.