Erstellt am 24. April 2013, 00:00

Polizei! Halt’s ihn auf!. Widerstand geleistet / Zur Verbüßung einer BH-Strafe wurde ein
29-jähriger Pinkafelder abgeholt - doch er ergriff die Flucht.

Von Elisabeth Kirchmeir

PINKAFELD / Am 12. März 2013 klingelte es an der Wohnungstür eines 29-jährigen beschäftigungslosen Pinkafelders: Im Treppenhaus des Mehrparteienwohnhauses standen eine Polizistin und ein Polizist. Die Beamten wollten den neunfach vorbestraften Mann zur Verbüßung einer Verwaltungsstrafe abholen.

„Ich war enttäuscht, ängstlich und verzweifelt“, fasste der Angeklagte seinen Gemütszustand vor Gericht zusammen. Ein Strafaufschub wurde ihm nicht gewährt. Ohne Kleidung und persönliche Dinge einzupacken, schloss er die Wohnungstür und machte Anstalten, mit den beiden Polizisten mitgehen zu wollen.

„Auf einmal wurde er ‚rennert‘“, erinnerte sich die Polizistin. Durchs Stiegenhaus versuchten ihm die Beamten nachzukommen, dem Polizisten gelang es, den 29-Jährigen mehrmals zu fassen, dieser konnte sich jedoch immer wieder losreißen.

Draußen auf der Straße war der 41-jährige Polizist knapp hinter dem Flüchtigen. „Ich hörte, wie er rief: Polizei! Halt’s ihn auf, stellt’s ihm das Haxl“, berichtete der Angeklagte.

Polizist: „Mir wurde schwarz vor Augen“ 

Der Polizist gab an, dass der 29-Jährige plötzlich mit den Armen nach hinten schlug und ihn dabei im Bauchbereich traf. „Mir wurde schwarz vor den Augen, die Luft blieb mir weg, ich stürzte auf den Asphalt“, schilderte der Polizist die Situation. Er erlitt einen Einriss des Kreuzbandes und Prellungen am rechten Knie, an der Hüfte und an den Handgelenken.

Dem 29-Jährigen gelang vorerst die Flucht. Um ihn zu finden, wurde sogar die Cobra zu Hilfe gerufen. Der Mann versteckte sich stundenlang, bevor er sich schließlich der Polizei stellte.

Verletzt haben soll er auch die Polizistin, die wegen einer Zerrung des rechten Zeigefingers im Krankenstand war. Richterin Mag. Birgit Falb sprach den Mann schließlich hinsichtlich des Widerstandes gegen den Polizisten und dessen Körperverletzung schuldig und verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von 18 Monaten, davon sechs Monate unbedingt. Ein Freispruch erfolgte hinsichtlich des Widerstandes gegen die Polizistin und deren Verletzung. Der Angeklagte nahm das Urteil an.