Erstellt am 30. September 2015, 08:34

von Elisabeth Kirchmeir

Polizeikontrolle ignoriert: Die Reifen quietschten .... Ohne Führerschein und alkoholisiert ignorierte ein Lenker die Polizeikontrolle: „Aus Panik stieg ich aufs Gas!“

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Vorige Woche musste sich der 29-jährige beschäftigungslose Lenker vor Gericht verantworten: Die Staatsanwaltschaft warf ihm Widerstand gegen die Staatsgewalt vor.

Außerdem zierten fremde blaue Probekennzeichen sein Auto, die bereits 2010 aus dem Fahrzeug des rechtmäßigen Besitzers verschwunden waren.

„Geschwindigkeit reduziert, dann weggerast“

Am 4. April 2015 war der 29-Jährige, in dessen Auto drei weitere Personen saßen, gegen 3.30 Uhr morgens in Pinkafeld in eine Polizeikontrolle geraten. Ein mit Warnweste bekleideter Polizist versuchte ihn vorschriftsmäßig mit Kelle und Stabtaschenlampe zum Anhalten zu bewegen.

„Zuerst reduzierte er die Geschwindigkeit, dann fuhr er mit quietschenden Reifen weg“, erinnerte sich der Polizist. Er habe sich gerade noch durch ein paar rasche Schritte zur Seite retten können.

Polizist fast „über den Haufen geführt!“

Der zweite damals anwesende Beamte erinnerte sich ebenfalls an das Geräusch der quietschenden Reifen und daran, dass sein Kollege rief: „Der hätte mich jetzt fast über den Haufen geführt!“ „Ich hatte noch acht Monate Strafhaft offen. Da stieg ich in Panik aufs Gas“, gab der vierfach vorbestrafte Angeklagte zu.

Zum Zeitpunkt des Vorfalls hätte er eigentlich bereits im Gefängnis sitzen sollen. Die Polizisten nahmen mit Blaulicht die Verfolgung auf. Wenig später entdeckten sie den Wagen des flüchtigen Lenkers in einer Seitengasse.

„Dass ich keinen Führerschein habe, gab ich gleich zu“, berichtete der Angeklagte vor Gericht. Den Alko-Vortest ließ er machen (1,8 Promille), den Alkomat-Test verweigerte er. Eigentlich habe er umkehren und sich bei den Polizisten entschuldigen wollen, behauptete der Mann noch.

Richterin Karin Knöchl verurteilte ihn zu acht Monaten Freiheitsstrafe. „Jetzt krieg‘ ich noch acht Monate drauf?“, wunderte sich der Mann, der aus der Strafhaft zum Prozess vorgeführt worden war. Im Prinzip war er aber mit der Strafe einverstanden.