Erstellt am 09. Januar 2014, 00:05

von Michael Pekovics

Posse um WSO-Chef. Oberwart / Klaus Grabenhofer zog Bewerbung zurück, Josef Kinzl führt Geschäfte weiter. ÖVP-Stadtchef ärgert sich über SPÖ und FPÖ.

Foto: Peko  |  NOEN, Peko
Von Michael Pekovics

Die Stadtgemeinde ist weiter auf der Suche nach einem Nachfolger für WSO-Geschäftsführer Josef Kinzl, weil Klaus Grabenhofer am 3. Jänner seine Bewerbung per E-Mail zurück gezogen hat.

Grabenhofer war, wie berichtet, in einer Sondersitzung des Gemeinderates am 30. Dezember mit 16:6 Stimmen als Geschäftsführer bestellt worden.

Rosner bedauert „Politikum“ mit „viel zerschlagenem Porzellan“

Weil aber im Anschluss an diese Abstimmung der Geschäftsführervertrag im nicht öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung keine Mehrheit fand, zog Grabenhofer die Konsequenz und die Reißleine.

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„Ich habe Verständnis dafür, bin aber trotzdem enttäuscht“, sagte Stadtchef Georg Rosner (ÖVP) am Dienstag dieser Woche. „Aus der Angelegenheit wurde ein Politikum gemacht und viel Porzellan zerschlagen – zum Schaden von Oberwart.“

Stadtchef gesteht Fehler mit WSO-Gesellschaftsvertrag ein

Diesen, den Schaden nämlich, hatte FPÖ-Stadträtin Ilse Benkö schon im Vorfeld geortet: „Der Bürgermeister redet immer nur von Transparenz, macht aber das Gegenteil. Und das ist bei so einer wichtigen Entscheidung für die Zukunft der Stadt einfach nicht hinnehmbar. Deshalb auch die Sondersitzung, wo ich aufgezeigt habe, dass die Vorgehensweise nicht korrekt war.“

Diesen Fehler gesteht Rosner sogar ein: „Der WSO-Gesellschaftsvertrag stammt aus dem Jahr 2003, ist also nicht auf meinem Mist gewachsen. Darin ist nicht geregelt, ob für Personalentscheidungen der Stadt- (Anmerkung: Eigentümervertreter) oder der Gemeinderat zuständig ist.“

„Kaum macht man was aus, fliegen die Messer“

Bis auf Weiteres wird Josef Kinzl die WSO führen, Rosner will mit den besten zehn der 29 Kandidaten „Gespräche führen“. Sogar eine neuerliche Ausschreibung ist für ihn „möglich“. Verärgert ist er vor allem über die SPÖ: „Wir machen uns etwas aus – und dann fliegen die Messer ins Kreuz, wir brauchen genaue Regeln.“

Konkret heißt das, dass nun der WSO-Gesellschaftsvertrag teilweise neu aufgesetzt werden soll, um zu regeln, wer zuständig ist. Rosner: „Ist der Gemeinderat für alles verantwortlich, dann ist die WSO nicht handlungsfähig.“

„Die Fehler sind in der Vorbereitung passiert“, entgegnet Vizebürgermeister Dietmar Misik die Rosner-Kritik. „Wir haben die Sache in der Fraktion diskutiert und anders entschieden – man wird ja über die Nacht gescheiter werden dürfen, oder?“


Chronologie:

Die Ausschreibung erfolgte am 10. Juni 2013, 29 Kandidaten bewarben sich. Drei kamen in die engere Auswahl und zum Hearing am 5. November, Klaus Grabenhofer setzte sich durch. Am 30. November beschloss der Eigentümervertreter (= Stadtrat) mehrheitlich den Geschäftsführervertrag.

Bei der Sondersitzung am 30. Dezember wurde die Person Grabenhofer mit 16:6 Stimmen bestätigt. Beim darauf folgenden, nicht öffentlichen Tagesordnungspunkt „Gesellschaftervertrag“ gab es aber keine Mehrheit. Am 3. Jänner teilte Grabenhofer der Stadtgemeinde mit, dass er seine Bewerbung zurück zieht.


Lesen Sie zum Thema auch den Kommentar von Michael Pekovics aus der dieswöchigen Oberwarter BVZ: