Erstellt am 10. November 2010, 00:00

Post zahlt für Amt bis 2063. SCHLIESSUNGEN / In der Vorwoche wurde bekannt, dass die Post in Bernstein zur Schließung angemeldet ist. Sowohl dort als auch im Kurort gibt es bereits Postpartner.

Die Post in Bad Tatzmannsdorf wird bald zusperren. Aktuell laufen Verhandlungen mit dem voraussichtlichten Postpartner.  |  NOEN
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VON MICHAEL PEKOVICS

BERNSTEIN, BAD TATZMANNSDORF, STADTSCHLAINING/ Dass Postämter zur Schließung angemeldet werden – aktuell in Bernstein – ist ja schon lange keine Neuigkeit mehr. Aber rund um diese Schließungswelle werden immer mehr kuriose Details bekannt. In Bad Tatzmannsdorf ist es zum Beispiel so, dass die Post an die Gemeinde eine Mietvorauszahlung bis zum Jahr 2063 (!) geleistet hat. Das Amt soll dennoch geschlossen werden. Laut Bürgermeister Ernst Karner ist die Gemeinde nicht gewillt, das Geld zurückzubezahlen: „Im Vertrag steht ganz klar, dass das ein nicht rückzahlbarer Baukostenzuschuss ist. Die Zahlung wurde schon geleistet, als das Gemeindeamt vor rund 20 Jahren und damit vor meiner Zeit umgebaut wurde.“

Inoffiziellen Informationen zufolge könnte das Postamt schon am 26. November geschlossen werden, Pressesprecher Andreas Pachler konnte diesen Termin aber nicht bestätigen. „Das hängt von der Vertragsunterzeichnung mit dem künftigen Postpartner ab.“ Dieser werde dann, so der Plan der Post, die Räumlichkeiten im Gemeindeamt beziehen: „Derzeit laufen die Verhandlungen aber noch.“ Ähnlich wie in Bad Tatzmannsdorf gab es auch beim schon länger geschlossenen Postamt in Stadtschlaining eine Mietvorauszahlung der Post bis zum Jahr 2017. Nach einigen Verhandlungen einigten sich Post und Eigentümer (evangelische Kirchengemeinde) insofern, als die Post das Geld nicht zurückverlangen wird. In Bernstein werden die Postgeschäfte künftig voraussichtlich von der OMV Tankstelle übernommen. „Das ist noch nicht fix, aber die Verhandlungen laufen“, bestätigt Bernsteins Bürgermeister Robert Marth gegenüber der BVZ.