Erstellt am 19. August 2015, 09:44

von NÖN Redaktion

Preise im Keller: Bauern unter Druck. Derzeit erhält ein Landwirt im Burgenland für einen Liter Milch 30 Cent und für ein Kilo Schweinefleisch 1,31 Euro.

Reinhard Jany: »Die Bauern werden immer mehr zum Spielball der Handelsketten.«  |  NOEN, BVZ

„Die niedrigen Milch- und Fleischpreise und die steigenden Kosten für die Betriebsmittel werden immer mehr zur Existenzbedrohung“, warnt Oberwarts Bauernbund-Bezirksobmann Reinhard Jany. Die Preise für Agrarprodukte sind deutlich gefallen und befinden sich auf einem neuerlichen Tiefstand.

„Schleuderpreise der Handelsketten“

Derzeit erhält ein Landwirt für einen Liter Milch 30 Cent und für ein Kilo Schweinefleisch 1,31 Euro. Diese Entwicklung setzt die heimische Landwirtschaft massiv unter Druck.

„Es darf nicht sein, dass Handelsketten Grundnahrungsmittel, wie Milch und Fleisch zu Schleuderpreisen weit unter ihrem Wert anbieten“, sagt Jany. Die Einkommen der Bauern haben sich 2014 nicht erhöht und die ersten veröffentlichten Zahlen des Grünen Berichts 2015 zeigen ein weiteres Minus im Vergleich zum Vorjahr.

Brüssel müsse schneller reagieren

Vor allem im Burgenland, wo Milchkühe zur Gänze mit gentechnikfreiem Futter gefüttert werden, achtet der Konsument bewusst auf Herkunft und Qualität. Auch die Tierschutzstandards sind im Burgenland höher als in manchen Nachbarländern.

Doch diese Qualität hat ihren Preis, der sich als Mehraufwand beim Bauern niederschlägt. „Unsere Bauern erfüllen als Produzenten eine wichtige Aufgabe als Grundversorger. Außerdem leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und der Pflege unserer Landschaft. Die Dumpingangebote in den Supermärkten machen eine kostendeckende Produktion unmöglich. Auf Kosten der Bauern darf keine Preistreiberei betrieben werden“, so Jany.

Brüssel müsse schneller reagieren und Maßnahmen zur Stabilisierung der Märkte, wie Lagerhaltung für Milchpulver und Schweinefleisch, setzen.