Erstellt am 01. August 2012, 00:00

Premiere: Bald grüner Wind im Gemeinderat?. PRÄSENTATION / Wolfgang Spitzmüller und Maria Racz ziehen für die Grünen in den Wahlkampf. Das Ziel ist ein Mandat.

 |  NOEN
x  |  NOEN

VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Seit vergangener Woche ist es fix, dass in Oberwart erstmals fünf Parteien beziehungsweise Listen (siehe Infobox rechts) zur Gemeinderatswahl antreten werden. Sollte sich auch die Piratenpartei zu einer Kandidatur entschließen, wären es sogar sechs. Die neuen Mitspieler im Kampf um die Wählerstimmen sind die Grünen, die erstmals in ihrer Geschichte in der Bezirkshauptstadt antreten.

Dafür bedurfte es allerdings eines geschickten Schachzuges im Vorfeld: Bezirkssprecher Wolfgang Spitzmüller, der schon von 2002 bis 2007 im Gemeinderat von Oberschützen Erfahrung sammelte, verlegte seinen Nebenwohnsitz nach Oberwart. „Ich erfülle drei der dafür erforderlichen Kriterien und zwar in wirtschaftlicher, beruflicher und gesellschaftlicher Hinsicht“, erklärt der Biobauer, der sich 1995 im Burgenland sesshaft gemacht hat. „Es ist demokratiepolitisch schlecht, wenn es nur das ‚klassische‘ Angebot von rot, schwarz und vielleicht noch blau gibt“, erklärt Spitzmüller seine Motivation. Gemeinsam mit ihm wird die gebürtige Oberwarterin Maria Racz als Listenzweite kandidieren. „Nur meine Stimme abzugeben, das reicht mir nicht mehr“, erklärt die 24-jährige Studentin und Mitarbeiterin der Friedensburg Stadtschlaining ihre Kandidatur. „Ich will aktiv mitgestalten, so viele Bereiche werden vernachlässigt. Und dazu braucht es gezielte und scharfe aber immer konstruktive Kritik. Man kann nicht immer sagen ‚man könnte‘, sondern ‚man kann‘ und wir sagen: Wir werden!“

„Wollen in den Gemeinderat  und mindestens ein Mandat“

Die Themen für den Wahlkampf liegen laut Spitzmüller „klar auf der Hand: Finanzen, Verödung der Innenstadt, falsche Verkehrsplanung – in Oberwart liegt vieles im Argen. Wir wollen die Bürger dazu animieren, sich mehr einzubringen und sich zu melden, wenn ihnen etwas nicht passt“. Auch der Finanzskandal sei noch immer nicht aufgearbeitet. Als Wahlziel geben Spitzmüller und Racz den Einzug in den Gemeinderat an. „Bei der Nationalratswahl erhielten wir sieben Prozent, das ist eine gute Basis für mindestens ein Mandat“, hofft Spitzmüller, der aber nicht zur Bürgermeisterwahl antreten wird.

Die Grüne Landessprecherin Regina Petrik (Mitte) präsentierte Maria Racz und Wolfgang Spitzmüller als Grüne Kandidaten für die Gemeinderatswahl am 7. Oktober.