Erstellt am 28. Oktober 2015, 03:17

von Lisa Pichler und Vanessa Bruckner

Radosztics: Grenzenloser Ehrgeiz trotz Trisomie 21. Bronze bei der Taekwondo-Weltmeisterschaft und Ehrenauszeichnung der Republik für Dominik Radosztics.

Ausnahmesportler. Dominik Radosztics erkämpfte sich bei der Taekwondo-WM in der Türkei die Bronzene. Das große Ziel für den Südburgenländer ist jetzt die nächste Para-Olympiade. Foto: zVg  |  NOEN, zVg
Es ist für viele ein schier unerreichbarer Traum: Sich in einer sportlichen Disziplin gegen andere durchzusetzen und mit einer Medaille und Anerkennung belohnt zu werden.

Für den Taekwondo-Sportler Dominik Radosztics aus dem Bezirk Oberwart ist dieser Traum zum wiederholten Mal in Erfüllung gegangen. Nebenbei bemerkt hat Dominik Trisomie 21. Offiziell eine Krankheit, für Dominik allerdings kein Hindernis, im Gegenteil: Ehrgeiz kennt schließlich keine Grenzen.

Ein Kämpfer: Nicht hält ihn von seinen Zielen ab

Vergangenes Jahr brachte der 20-jährige Ausnahmesportler von der Meisterschaft in Russland Gold mit nach Hause, dieses Jahr errang er sich in der Türkei mit Bronze erneut einen Platz auf dem Podest und durfte sich für seine Leistungen im Formenlauf feiern lassen.

Für viele erscheint Dominiks Trisomie 21 wie ein Hindernis, doch den jungen Mann hält nichts von seinen Zielen ab. Seine Herausforderungen geht er mit großer Überzeugung und viel Disziplin an, die im Taekwondo wichtig sind.

Am Ende sei es aber, so Dominiks Familie und Trainer, die überwältigende Leidenschaft zu der koreanischen Kampfsportart, die den gebürtigen Kotezickener von vielen unterscheidet und die ihn seinem großen Ziel, der Para-Olympiade, jedes Mal ein Stück näher bringt.

Idol in Marroko und höchste Auszeichnung

Vor zwölf Jahren begann Dominik mit dem Taekwondo. Heute trägt er bereits seinen zweiten Schwarzen Gürtel. Zum Training erscheint er regelmäßig bei seinem Verein Taekwondo Delphin Großpetersdorf. Allem voran steht ihm sein Trainer Johann Luef mit Rat und Tat zur Seite.

„Er hat uns auf jeden Fall bewiesen, dass man mit viel Eifer und eisernem Willen weit kommen kann“, ist Dominiks Schwester überzeugt.

Doch nicht nur seine Familie und Freunde hat er stark beeindruckt. „Zwei junge Marokkaner, ebenfalls Para-Sportler, kamen bei der Weltmeisterschaft in der Türkei auf uns zu und baten um ein Foto mit Dominik. Für die Para-Sportler-Szene in Marokko ist er nämlich ein großes Idol und sehr bekannt. Das war ein unvergesslicher Moment für uns alle.“

Ein Vorbild ist der Ausnahmesportler selbstverständlich auch hierzulande. Kürzlich verlieh Bundespräsident Heinz Fischer Dominik Radosztics das „Ehrenzeichen für seine sportlichen Verdienste um die Republik Österreich“ - die wohl wichtigste Auszeichnung, die in Österreich vergeben werden kann. Dominik, deine Heimat ist stolz auf dich!