Erstellt am 21. März 2012, 00:00

Rätsel gelöst: Meteorit ist „Eisenbrocken“. FUND / Landwirt Josef Kasper fand beim Ackern einen riesigen Stein. Die erste Vermutung (Meteorit) erwies sich als falsch.

Landwirt Josef Kasper fand auf seinem Feld diese Steine. Dann ging es um die Frage: Ist es Limonit (siehe oben) oder ein Meteorit aus dem All. Laut Landesarchäologe Hannes Herdits ist geplant, den Stein frei zu legen: „Wenn es unsere Ressourcen erlauben.“PEKOVICS  |  NOEN
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VON MICHAEL PEKOVICSr

ROTENTURM / „Ich war gerade beim Ackern, als der Pflug hängen blieb. Zum Glück bleibt mein Traktor in so einem Fall sofort stehen, sonst wäre jetzt alles kaputt.“ Sofort stieg Landwirt Josef Kasper ab, um nachzusehen, was seinen 130 PS starken Traktor da in die Quere gekommen ist. „Da habe ich gesehen, dass da ein großer Stein liegt.“

Baggerfahrer: „Hören wir  auf, wir werden verstrahlt“

Am nächsten Tag legte er mithilfe eines Baggers die Stelle teilweise frei – und fand einen Stein mit 80 Zentimeter Breite und einer Länge von rund sieben Metern. „Weiter haben wir dann nicht gegraben. Der Baggerfahrer meinte, wir sollen aufhören, sonst werden wir noch verstrahlt“, erinnert sich Kasper schmunzelnd zurück. Heute bereut er, nicht weiter gegraben zu haben, denn: „Wer weiß, wie weit der Stein in die Tiefe geht.“ Lediglich einige Bruchstücke habe er mitgenommen und gemeinsam mit Historiker Otto Osztovits ans Naturhistorische Museum nach Wien geschickt. Laut einer ersten Untersuchung handelt es sich um sogenanntes „limonitisches Eisenerz“ (siehe Infobox links). Zuvor hatte Osztovits vermutet, es könnte sich vielleicht um einen Meteorit aus dem All handeln: „Das sind Meteoriten, die in der Keltenzeit zu Eisen verarbeitet wurden.“

Herdits: „Interessanter Fund  und spannende Geschichte“

Für Landesarchäologe Hannes Herdits ist die Theorie nicht plausibel: „Das ist zwar ein interessanter Fund und eine spannende Geschichte. Aber die ersten Untersuchungen dürften die nahe liegendste Vermutung bestätigen: Dass es sich um einen Limonitbrocken handelt.“ Ein händisches Ausgraben des Steins sei laut Herdits geplant, allerdings „wird das noch dauern, wir haben zu wenige Mitabeiter“.

Mittlerweile wurden Brocken des riesigen Steins im Naturhistorischen Museum in Wien analysiert. Dabei stellte sich heraus, dass es sich tatsächlich um Limonit handelt. Nichtsdestotrotz sollen die geborgenen Bruchstücke demnächst in Schandorf ausgestellt werden. „Auch wenn es kein Meteorit ist, die Größe ist für das Pinkatal außergewöhnlich“, sagt Osztovits.