Erstellt am 21. April 2017, 13:15

von Michael Pekovics

Frost: Schäden nicht absehbar. Dichte Rauchschwaden zogen am frühen Freitagmorgen über die Weingebiete der Region. Allein in Dt. Schützen und am Eisenberg standen rund 50 Personen und 130 Strohballen parat, um die jungen Knospen vor dem Frost zu schützen.

Dabei ging es aber nicht darum, die Temperatur am Boden zu erhöhen. Vielmehr soll der Rauch im Morgengrauen dafür sorgen, dass sich die Zeitspanne von der Kälte zur Wärme ­ also direkt bei Sonnenaufgang – verlängert. Dann vertragen die Pflanzen den Temperatursturz besser.

Im Vorfeld war befürchtet worden, dass sich durch die Rauchschwaden Verkehrsbehinderungen für die Autofahrer ergeben wurden. Und tatsächlich waren vielerorts auch Feuerwehr und Polizei im Einsatz, um die Heizaktionen zu überwachen. Laut einer Information aus der Sicherheitsdirektion kam es im Burgenland zu keinen Sichtbehinderungen, lediglich einige Anrufe wegen Geruchsbelästigung seien verzeichnet worden, heißt es in einer Aussendung.

Ob sich die Aktion ausgezahlt hat, wissen die Winzer in den kommenden Tagen. Derzeit wird befürchtet, dass das Südburgenland stärken als der Norden des Landes betroffen ist – die Temperaturen gingen hier teilweise auf bis zu minus 4 Grad zurück.

Ernteausfälle werden aber nicht nur in den Weingärten befürchtet, auch Obstplantagen könnten durch die niedrigen Temperaturen der vergangenen Tage in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Aber auch hier kann das Ausmaß der Schäden erst in den kommenden Tagen bewertet werden.

In einem ersten Fazit meint jedenfalls Markus Faulhammer vom Weingut Schützenhof, dass „die Temperaturen nicht ganz so dramatisch waren, wie erwartet. Die ersten Sonnenstrahlen, die gefährlich für die Zellwände sind, konnten gut abgeschirmt werden.“ Beeindruckend war für ihn, wie viele Menschen auf seinen Aufruf auf facebook reagiert und geholfen haben: „Das war toll, dass so viele gekommen sind, das stärkt den Zusammenhalt. Außerdem konnten wir im Hinblick auf die kommenden Jahre viel Erfahrung sammeln.“