Erstellt am 06. April 2016, 06:34

von Vanessa Bruckner

Raus in den Frühling: 45 km/h mit Charme. Das Maxi ist längst wieder Kult. In Aschau zelebriert ein eigener Club seine Liebe zu der „coolen Mopetn“ jetzt ganz offiziell. Ums schnelle Fahren geht es aber nicht.

»Die Wüd´n und ihre Maschinen.« Dieser Satz trifft für den Maxi-Club eher nicht zu, auch wenn es trotzdem manchmal »wild« zugeht. Foto: Vanessa  |  NOEN, Vanessa Bruckner
Das Tempo ist, verglichen mit Valentino Rossi auf seiner Teufelsmaschine, eher „gemäßigt“. Aber die Begeisterung in den Gesichtern der Maxi-Fahrer deshalb nicht minder groß. Man sieht ihnen sofort an, dass sie es nicht sehr eilig haben und den Moment auf ihren Mopeds einfach nur genießen.

„Schön, den Leuten beim Vorbeifahren zuzuwinken“

In der Zeit von schnellen Sportwägen und multifunktionalen Maschinen hat im Frühjahr 2013, im burgenländischen Aschau, eine kleine Gruppe ihre Liebe zu den Maxi-Mofas gefunden. Andreas Kemmer ist Teil des Klubs. „Es ist hat etwas Schönes, wenn man den Leuten beim Vorbeifahren zuwinken kann. Oft kommen ältere Leute auf uns zu und sprechen uns auf die Maxis an, weil sie die noch aus ihren Zeiten kennen.“

Mittlerweile besteht die Gruppe aus 15 Maxi-Freunden. Gemeinsam fahren die jungen Damen und Herren, alle zwischen 18 und 30 Jahren,auf Ausflüge. Ob zum nächsten Buschenschank oder Badesee – am schönsten fährt es sich einfach mit der Maxi zum Ziel, darin sind sich die Clubmitglieder alle einig.

Mit gerade einmal 50 km/h Höchstgeschwindigkeit zählen die sogenannten „Maxis“ auch zu den gemütlichsten motorbetriebenen Fahrzeugen auf den Straßen. Kein Wunder, findet sich ihr Ursprung bereits in den 1950er Jahren, wo das Leben doch noch gemächlicher vonstatten ging.

Erste Club-Ausfahrt mit Pedal- und Sprit-Verlust ...

Für die Maxi-Club-Mitglieder aus Aschau steht immer die Freude am Fahren und der damit verbundene Genuss an der burgenländischen Landschaft im Vordergrund. Kemmer bringt es auf den Punkt: „Wer sich auf eine Maxi setzt, hat es nicht eilig, sondern nimmt sich bewusst Zeit für die Umgebung.“

Das Clubmitglied erinnert sich noch ganz genau daran, als sich die Gruppe aus einem zufälligen Gespräch unter Feuerwehrleuten zusammenfand. „Volker Schuch hat uns damals von seiner Maxi erzählt und damit eine Welle der Begeisterung losgetreten. Ich schwöre, am nächsten Tag wollten alle schon eine eigene Maxi haben. Lange hat es bis dahin allerdings bei den wenigsten gedauert“, erzählt der Aschauer lachend.

Grinsend erinnert er sich auch an die erste gemeinsame Ausfahrt als Club: „Nach wenigen Metern hatte der erste auch schon ein Pedal verloren und einem anderen war der Sprit ausgegangen. Die älteren Maschinen mussten erst einmal zum Service.“ Die Vorfreude war größer gewesen als die Vorsicht, was auch dem lustig-gemeinten Motto der Gruppe entspricht: „Kopf riskieren, statt Schwung verlieren.“

Von neuen Modellen bis hin zum Oldtimer

Die meisten Clubmitglieder fahren neuere Modelle der Maxis, aber einer besitzt einen richtigen Oldtimer: Eine alte MV50, auch Stangl-Puch genannt, die noch aus 60er Jahren stammt – ein Erbstück der Oma.

Für viele Clubmitglieder sind ihre Maxis ein wichtiger Teil ihres Alltags geworden. Sie fahren damit zur Arbeit und Freunden oder wohin der Wind sie sprichwörtlich trägt.

Eine größere Tour in Kärnten ist auch bereits in Planung. Bleibt zu wünschen, dass die Pedale dabei alle dran und die Fahrer auf ihren Sitzen bleiben.