Erstellt am 08. August 2012, 00:00

Rennen um Polizeichef. KNALLEFFEKT / Niessls Büroleiter bewirbt sich doch um Landespolizeidirektor und ist nun schärfster Mitbewerber von Aminger.

Kandidaten. Hans Peter Doskozil (r.) könnte am 1. September Landespolizeidirektor werden. Er ist laut Gerüchten sogar vor Sicherheitsdirektor Erhard Aminger (l.) gereiht.  |  NOEN, EDER / HAFNER

VON BETTINA EDER

EISENSTADT / Wie eine „gmahte Wiesn“ hat es bis vor Kurzem für Sicherheitsdirektor Erhard Aminger im Rennen um den neuen Posten des Landespolizeidirektors, der ab 1. September die Funktion des Landespolizeikommandanten und des Sicherheitsdirektors vereint, ausgesehen.

Eine anonyme Anzeige wegen Amtsmissbrauch gegen Aminger brachte das nun ins Wanken. In letzter Minute gab nun auch Hans-Peter Doskozil, Landeschef Niessls Büroleiter und ehemaliger Beamter der Sicherheitsdirektion, als Neunter seine Bewerbung ab. Bis zuletzt hatte er – obwohl von Insidern als aussichtsreicher Kandidat gehandelt – eine Bewerbung vehement ausgeschlossen. Interesse habe er allerdings immer gehabt, betont er jetzt: „Ich habe mich nicht beworben, weil ich Aminger und seine Arbeit schätze.“

Aminger: „Jeder kann sich  einen Reim draus machen!“

Warum jetzt doch, erklärt er so: „In der Zusammenschau mit der Anzeige, damit dort nichts passiert, habe ich mich beworben.“ Heißt im Klartext: Damit das rote Bundesland beim schwarzen Innenministerium den roten Polizeichef durchbringt, hat man für alle Fälle einen weiteren Kandidaten ins Rennen geschickt. Doskozil erklärt: „Auch wenn nichts hinter der Anzeige ist, wusste man ja nicht, wie das vom Ministerium bewertet wird.“ Karl Heinz Grundböck, Sprecher des Ministeriums, betont wiederum, dass die Anzeige zwar auf die Möglichkeit der Bewerbung selbst keine Auswirkungen hat, „die Entscheidung wird jedoch im Einvernehmen zwischen Ministerin Mikl-Leitner und dem Landeshauptmann ausgemacht. Wovon sich diese beeinflussen lassen, kann ich nicht sagen.“

Aminger selbst möchte zum Bewerbungsverfahren nichts sagen, stellt jedoch hinsichtlich der Anzeige fest: „Ich sehe dem Ganzen gelassen entgegen. Es kann sich jeder einen Reim daraus machen, wenn eine anonyme Anzeige in eine Ausschreibung platzt“.