Erstellt am 03. Oktober 2012, 00:00

Ringen um Martini-Tage. Event /  Pinkafelder Martini-Tage finden heuer nicht wie gewohnt statt. Veranstalter braucht „Schaffenspause“. In einer Blitzaktion arbeitet man jetzt an „Martini in abgespeckter Form“.

Volles Zelt. Dieses Bild aus den frühen 80er Jahren zeigt, warum Pinkafeld nicht umsonst "die Martini-Stadt" im Burgenland genannt wird. In den letzten Jahren sind die Gäste immer weniger geworden.  |  NOEN
Von Vanessa Bruckner

PINKAFELD / Der eine braucht eine Pause, die anderen täten gerne, haben aber zu wenig Geld. Die Moral von dieser Gschicht: Die Martini-Tage gibt`s heuer in Pinkafeld – nicht! Zumindest nicht in der Form, in der man die Veranstaltung seit vielen Jahrzehnten kennt.

Bei Hauptveranstalter Helmut Ulreich ist nach 28 Jahren die Luft raus, er braucht, wie er selbst sagt, eine „schöpferische Pause“. Der Unternehmer dazu: „Ich habe bereits im Februar dieses Jahres gesagt, dass ich die Martini-Tage heuer nicht ausrichten werde. Es bedarf definitiv eines neuen Konzeptes, die Besucherzahlen sind in den letzten Jahren stark zurückgegangen.“

Waren es am Höhepunkt im Jahr 1996 circa 35.000 Besucher, zählte Ulreich 2011 lediglich 14.000 Gäste.

Böcskör: „Martini muss in Pinkafeld bleiben!“ 

1984 übernahm Ulreich die Leitung des mehrtägigen Events. Unter seiner Führung wanderten die Martini-Tage in einem Festzelt von einem Standort zum nächsten, etablierten sich, und wurden zum Fixpunkt des heimischen Veranstaltungskalenders. Seit über 50 Jahren wird der Feiertag des burgenländischen Landespatrons in der Stadtgemeinde gefeiert. Pinkafeld gilt als „die“ Martinistadt im Burgenland – und die soll sie auch bleiben, wenn es nach Unternehmer Alexander Böcskör geht.

Zweitägige Martini-Party in der Obstverwertung 

Der Pinkafelder setzt jetzt, gemeinsam mit anderen Geschäftstreibenden und Vereinen, alles daran, zumindest ein „Martini in abgespeckter Form“ auf die Beine zu stellen. Böcskör: „In gewohnt großem Rahmen wird Martini heuer nicht stattfinden. Aktuell sind nur fünf Vereine mit im Boot, die Miete für die Sporthalle können wir uns einfach nicht leisten. Deshalb planen wir jetzt ein zweitägiges Event auf dem Gelände der Pinkafelder Obstverwertung. Es wird mehr eine Martini-Party werden, mit Bands und einem Rahmenprogramm. Uns ist wichtig, dass der Eintritt zur Veranstaltung, frei ist.“ Der Beweggrund für Böcskörs Engagement, so sagt er selbst: „Martini soll Pinkafeld erhalten bleiben. Wenn es ausfällt, kann uns dasselbe passieren, wie damals mit der Inform. Die hat ja ursprünglich auch zuerst in Pinkafeld stattgefunden.“

Helmut Ulreich sagt unterdessen: „Ich arbeite an einem neuen Konzept. Ob ich es 2013 umsetzen kann, wird sich allerdings erst zeigen."