Erstellt am 26. November 2015, 04:08

von Vanessa Bruckner

Ein Dorf, 22 Nationen. Zehn Jahre ist es her, dass in Rotenturm erstmals Flüchtlinge ankamen. Heute ist der Ort so bunt wie die Herkunft seiner Bewohner.

Gemeinsam. Bunt gemischt in der Volksschule. Anfängliche Sprachbarrieren lösen die Kinder am Ende stets auf ihre Weise. Foto: Vanessa  |  NOEN, Vanessa Bruckner
In einem Jahrzehnt passiert viel. Viele sind gekommen, aber auch wieder gegangen. Aber einige, einige sind gekommen, um zu bleiben. Im April 2005 bezogen die ersten Flüchtlinge ihre Zimmer in einer privaten Unterkunft im Ort.

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„Damals waren es vorwiegend Asylwerber aus Tschetschenien, Armenien und Aserbaidschan“, erinnert sich Gemeindemitarbeiter Christian Saurer und erzählt dann weiter: „Einige davon waren fast acht Jahre lang in Rotenturm, so lange haben die Asylverfahren oft gedauert. Und eine Familie aus Aserbaidschan lebt mittlerweile schon in dritter Generation bei uns. Die sind hiergeblieben, leben und arbeiten da.“ Derzeit haben 18 Menschen in der privaten Flüchtlingsunterkunft im Ort ein vorläufiges zuhause gefunden.

„Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Momentan sind Leute aus dem Irak, Syrien und eine Familie aus Afghanistan dort untergebracht“, informiert Bürgermeister Josef Halper, der sich noch gut erinnern kann, wie die Stimmung im Dorf vor zehn Jahren war, als bekannt wurde, dass die ersten Flüchtlinge kommen.

„Natürlich hat es auch einige nicht so schöne Äußerungen gegeben, beziehungsweise taten einige ihren Unmut gegen die Ausländer lautstark kund. Heute leben allerdings 22 Nationen bei uns in der Großgemeinde friedlich miteinander.“

Das ist, angesichts der Tatsache, dass die Gemeinde Rotenturm letztendlich nur rund 1.400 Einwohner hat, schon eine beachtliche Zahl. Kanada, Schweiz, Rumänien, Syrien, Georgien, Serbien, Afghanistan oder Frankreich – die Rotenturmer sind wirklich ein ziemlich buntes Völkchen.