Erstellt am 20. Juni 2012, 00:00

Rückwärts in den Kreisverkehr. MEISTERFEIER / Ehrenrunde mit Folgen: Buschauffeur drehte nach letztem Spiel eine Runde durch den Kreisverkehr – allerdings rückwärts. Strafe trotz Genehmigung.

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VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Das Leben schreibt oft seltsame Geschichten. So auch in diesem Fall. Die Beteiligten: Die Meistermannschaft des SV Oberwart, deren Buschauffeur und einige Polizeibeamte.

Buschauffeur wollte altes Versprechen einlösen

Was war geschehen? Eigentlich hätte der SVO am Samstag sein letztes Spiel in der BVZ Burgenlandliga bestreiten sollen. Wegen der schon entschiedenen Meisterschaft wurde die Begegnung gegen Güssing aber auf Freitag vorverlegt. Am Heimweg wollte der Buschauffeur ein lang gegebenes Versprechen einlösen: Vor einigen Jahren, als der SVO ziemlich viele Spiele in Serie verloren hatte, sagte er der Mannschaft, dass er im Falle eines Aufstiegs in die Regionalliga mit dem Bus rückwärts durch den Kreisverkehr beim Messezentrum fahren würde. Gesagt, getan.

Auswärtige Streife kam zufällig vorbei: Strafe!

Die erforderlichen Genehmigungen von der örtlichen Polizeiinspektion waren laut dem Chauffeur schnell eingeholt – ausgestellt allerdings für Samstag und nicht für den betreffenden Freitag der Vorwoche. Aber weil ja quasi jeder jeden kennt, war die Vorverlegung der Aktion kein Problem und Beamte der Inspektion Oberwart auch vor Ort, um den Kreisverkehr abzusichern. Blöd nur, dass ausgerechnet als der Bus dazu ansetzte, rückwärts durch den Kreisverkehr zu fahren, eine „fremde“ Polizeistreife auftauchte und die Aktion sofort stoppte. Der Buschauffeur wurde angezeigt und wartet nun auf die Entscheidung der Polizei.

„Nächste Runde, wenn sie in die Bundesliga aufsteigen“

„Die Beamten haben nur ihre Arbeit gemacht. Die ganze Aktion ist blöd gelaufen, weil es ja Genehmigungen dafür gab – allerdings ausgestellt mit einem anderen Datum“, erzählt der Buschauffeur der BVZ. Wie hoch die Strafe für ihn ausfallen wird, ist noch nicht bekannt.

SVO-Manager Michael Benedek bestätigte den Vorfall zwar, wollte sich aber nicht dazu äußern. Die Stimmung des Chauffeurs ist zwar etwas gedrückt, dennoch ist er schon wieder zu Scherzen aufgelegt. „Das war mir eine Lehre. Die nächste Runde im Kreisverkehr gibt?s erst, wenn sie in die Bundesliga aufsteigen, vorher nicht.“ Seitens der Polizei heißt es auf Anfrage der BVZ nur, dass „die Angelegenheit den Vorschriften entsprechend geregelt wurde“.