Erstellt am 18. Januar 2012, 00:00

Ruftaxi neu geregelt: Aufregung in Trafiken. MOBILITÄT / Beschwerden von Bürgern, weil Gutscheine nur mehr im Rathaus verkauft werden. Stadt plant neue Regelung.

VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Das Ruftaxi in Oberwart erfreut sich größter Beliebtheit. Im Jahr 2011 wurden 23.670 Gutscheine gekauft, die Stadt hatte im Vorjahr Kosten in der Höhe von rund 70.000 Euro budgetiert, in einem Nachtragsvoranschlag wurde der Betrag fürs Ruftaxi dann auf rund 100.000 Euro erhöht.

Seit 1. Jänner ist aber alles anders, die Gutscheine können nur mehr im Rathaus gekauft werden und nicht mehr in der Trafik. „Wir hatten deswegen schon viele Beschwerden, vor allem von Jugendlichen“, erzählt Trafikantin Karin Salamon. Die Trafikanten wurden von der Stadtgemeinde mit einem Schreiben über die Änderung informiert. Darin steht, dass „das System Ruftaxi überarbeitet und aufgrund der neuen geplanten Richtlinien an Hauptwohnsitz oder Alter gebunden sein wird“.

Änderungen kommen, nur  welche weiß (noch) niemand

 

Bürgermeister Gerhard Pongracz (SPÖ) bestätigt geplante Änderungen, weiß aber noch nicht, wie diese konkret aussehen werden: „Der zuständige Ausschuss hat sich bereits damit befasst, bei der nächsten Sitzung des Stadtrates (Anmerkung: am 24. Jänner) werden wir entscheiden, wie wir in Zukunft mit dem Thema umgehen.“ Auf die Frage, ob der Verkauf von Gutscheinen eingeschränkt werden soll, meint Pongracz: „Dieses Service, das seit zehn Jahren gut angenommen wird, werden wir selbstverständlich beibehalten. Aber wir wollen den Graubereich, in dem damit Schindluder betrieben wird, ausmerzen.“ Denn es sei nicht Sinn der Sache, dass die Gutscheine dafür verwendet werden, um zum Beispiel nach Stegersbach zu fahren. Das kritisiert auch Vizebürgermeister Georg Rosner (ÖVP): „Wir müssen überlegen, wie wir das kontrollieren können. Aber wir hätten die Änderung einfach besser kommunzieren müssen. Von heute auf morgen den Verkauf in der Trafik einzustellen, das war nicht klug.“

Gerüchte: Nur mehr für 60+  und Hauptwohnsitzer?

 

Unbestätigten Gerüchten zufolge sollen künftig nur mehr Menschen mit Hauptwohnsitz in Oberwart und/oder über mit einem Alter über 60 Jahre Gutscheine kaufen dürfen. Bisher konnte jeder einen Gutschein im Wert von fünf Euro um 2,50 Euro kaufen, der offene Betrag wurde von der Stadt beglichen. Im Vorjahr musste pro Gutschein im Schnitt etwas mehr als vier Euro zugeschossen werden. Im Budget 2012 wurden laut Pongracz für das Ruftaxi nur mehr 60.000 Euro eingeplant. Jene Gutscheine, die noch im Umlauf sind, behalten aber ihre Gültigkeit.