Erstellt am 17. Juli 2013, 00:00

sagt „Nein“. des Güterverkehrs. Land hat Lösung ausgearbeitet.

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Von Michael Pekovics

BEZIRK / Viel wurde schon über das drohende Aus des Bahnverkehrs im Bezirk Oberwart geschrieben. Nun warnt die Initiative „Südburgenland Pro Bahn“ vor einem neuerlichen Kahlschlag: Laut einer Aussendung hat die ÖBB die Infrastrukturverträge mit den Anschlussbahnbesitzern für die Strecke Oberwart-Friedberg gekündigt. Damit verbunden ist auch eine Abbruchverpflichtung der Anschlussweichen. Betroffen sind die Unternehmen Holzwerk Kern, Kelag, Austrotherm, Ziegelwerk, die Lagerhäuser und Unger Steel.

Bestätigt wird das von Heimo Portschy, zuständiger Mitarbeiter bei der Unger Steel Group: „Die Verträge wurden per 30. November gekündigt.“ Das würde theoretisch heißen, dass die Steiermärkische Landesbahn, die ja im Frühjahr den Güterverkehr auf der Strecke Oberwart-Friedberg übernommen hat, dieser Tätigkeit nicht mehr nachkommen könnte. Portschy aber beruhigt: „Dazu wird es nicht kommen. Wir sind dabei, gemeinsam mit dem Land eine Strategie auszuarbeiten, damit die Infrastruktur erhalten bleibt.“ Zusatz: „Das wäre ja Irrsinn, da weiß die rechte Hand nicht, was die linke tut.“

Damit spricht Portschy an, dass die eine Hand (ÖBB Railcargo) den Vertrag mit der Steiermärkischen Landesbahn abgeschlossen hat, aber die andere (ÖBB Infrastruktur) derzeit dabei ist, das Streckennetz auf ihre Wirtschaftlichkeit zu überprüfen. Hintergrund dessen ist, dass die ÖBB derzeit mitten in der Umsetzung des „Zielnetz 2025+“ ist. Dadurch soll sich das jährliche Defizit verringern und die ÖBB fit für die Zukunft gemacht werden. Das bestätigt auch Landesverkehrskoordinator Peter Zinggl: „Im Moment laufen in diesem Bereich viele strategische Dinge. Vor dem Hintergrund der geplanten Anbindung an Szombathely wollen wir natürlich sicherstellen, dass die Infrastruktur erhalten bleibt.“

„Wahrscheinlichkeit für Erfolg ist hoch“

Zinggl schließt aus, dass die Verträge mit den Anschlussbahnbesitzern per Ende November auslaufen: „Wir haben die Lösung quasi am Tisch, mehr kann ich derzeit aber nicht sagen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass es klappt, ist hoch.“ Die ÖBB wollte auf Anfrage der BVZ zu dieser Thematik keine Stellungnahme abgeben.

Weiter ungeklärt bleibt indes die Frage nach der Zukunft der Strecke Oberwart-Oberschützen. Laut der Initiative „Südburgenland Pro Bahn“ würde die Übernahme dieses Streckenabschnitts rund 300.000 Euro kosten: „Da werden jährlich mehrere Millionen Euro in neue Umfahrungen gesteckt, aber dafür hat das Land kein Geld.“ Diese Verbindung sei nicht nur wichtig für den Bahnverkehr an sich, sondern auch für den sanften Tourismus: „Schließlich sind vor allem Radtouristen auf die Bahn angewiesen.“ Wie in der Vorwoche berichtet, wird die Bezirkshauptmannschaft demnächst einen Abbaubescheid für die Strecke erlassen. „Wenn die Bagger aufgefahren sind, dann ist es zu spät“, so „Pro Bahn“.