Erstellt am 07. März 2012, 00:00

Sanfter Druck vor Votum. VOLK AM WORT / SPÖ-Landesrat Peter Rezar stellt sich auf Seite von Tauss: „Entweder Pflegeheim oder Hotel – beides gibt?s nicht.“ Gegner sehen „Druck auf Bevölkerung.“

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VON MICHAEL PEKOVICS

GROSSPETERSDORF / Ein paar Tage vor der Volksabstimmung über die Zukunft des Hotels GIP am Sonntag stellt sich die SPÖ in Person von Landesrat Peter Rezar hinter Bürgermeister Wolfgang Tauss (SPÖ). „Die Frage lautet: Wollen die Bürger ein Pflegeheim oder ein Hotel. Sollte die Abstimmung negativ ausfallen, wird es keine Einrichtung mit Tagsatzvereinbarungen des Landes in Großpetersdorf geben“, stellte Rezar unmissverständlich klar. „Diese Entscheidung ruht auf zwei Säulen: die wirtschaftliche und finanzielle Entlastung der Gemeinde und die Schaffung einer sozialen Einrichtung.“ Durch den Umbau würde sich die Gemeinde pro Jahr rund 80.000 Euro ersparen, argumentiert Tauss: „Das Hotel kostet uns jährlich 180.000 Euro.“

„Demokratiepolitisch eine  bedenkliche Entwicklung“

 

Der Sichtweise von Rezar und Tauss können die Projektgegner nichts abgewinnen. „1.000 Bürger sind gegen den Umbau des Hotels, aber für den Neubau eines Pflegeheims an einem anderen Standort“, sagt Ernst Krammer vom Personenkomitee. Für ÖVP-Ortsparteichef Stefan Zlatarits sind die „Aussagen demokratiepolitisch bedenklich: Der Wille von 1.000 Bürgern wird ignoriert, sie werden durch die Aussage ‚Hotel oder Pflegeheim‘ unter Druck gesetzt.“ Das wiederum sieht Rezar anders, wenn er auch zugeben muss, dass „Großpetersdorf ein Spezialfall“ ist: „Die eingangs erwähnten Ziele der Wirtschaftlichkeit sind maßgebend. Es gibt keinen ‚Plan B‘, falls das Projekt abgelehnt wird. Denn es gibt keinen Rechtsanspruch auf Tagsätze – das ist eine politische Entscheidung.“ Damit würde der Bezirk Oberwart mit einem Schlag 29 Tagsatzvereinbarungen verlieren. Schon länger ist geplant, die rund 100 Betten am Hirschenstein auf Rechnitz (71) und Großpetersdorf (29) aufzuteilen.