Erstellt am 25. Juli 2012, 00:00

„Schmucke Stücke“. KUNST / Kreative Köpfe gibt es viele. Die „Birne“ von Patrick Allerbauer leuchtet aber besonders hell aus dieser Menge heraus.

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VON VANESSA BRUCKNER

PIKAFELD /  Wie sang schon Marilyn Monroe? Diamonds are a girl`s best friend! Frau sollte heutzutage aber nicht allzu sehr ein Patent auf dieses – zugegeben – ungeschriebene Gesetz fordern. Patrick Allerbauer aus Pinkafeld steht nämlich auch auf alles, was funkelt, glänzt und schlichtweg schön ist.

Eigentlich war das fast immer so. Trotzdem absolviert er zunächst brav die HTL, um danach Heizungs- und Klimatechniker zu werden. Auch schön. Viel schöner ist allerdings das, was Patrick jetzt macht. Der kreative Jungspund fertigt Schmuckstücke, die nicht nur die Herzen der Frauen höher schlagen lassen. Das Faszinierende daran: Allerbauer hat diese Kunst vollkommen autodidaktisch erlernt.

Ausgezogen, Ast gefunden,  und drauflos geschnitzt

„Ich war ständig auf der Suche nach individuellen Plugs (Anm.: engl. für Pflock, eine besondere Form des Piercingschmucks) für meine Ohren. Irgendwann bin ich losgezogen, hab mir einen Ast geschnappt und mir mein erstes Schmuckstück fürs Ohr einfach selbst geschnitzt“, erzählt Patrick. Klingt einfach, war es natürlich nicht.

„Es hat nicht lange gedauert und ich hatte eine fette Entzündung am Ohr, außerdem war das Teil nicht sonderlich widerstandsfähig“, so der 24-Jährige Student lachend. Knapp sechs Jahre später wirken die Handwerke des jungen Pinkafelder schon bedeutend anders. Aus Experimenten wurden richtig schmucke Stücke. Plugs, Ringe, Gürtelschnallen, Anhänger, Ohrringe, Wanduhren aber auch herrlich schöne Schatullen – es gibt (fast) nichts, was Patrick nicht herstellen kann.

„Ich hab mir wirklich alles selber beigebracht. An den ersten Stücken bin ich schon viele Stunden lang gesessen. Da ist eine Idee in meinem Kopf, die ich dann sofort umsetzen muss. Genau kann ich das selber nicht erklären.“

Braucht er auch gar nicht, denn seine Arbeiten sprechen für sein Talent. Ab Herbst besucht der talentierte junge Mann die Abendschule für Schmuck und Design in Wien: „Es gibt sicher noch viel, dass ich lernen kann.“ Der Bernstein hat es Patrick Allerbauer besonders angetan: „Ich liebe Steine und bin immer auf der Suche nach schönen Stücken. Am Bernstein fasziniert mich die Tatsache, dass er bis zu 100 Mllionen Jahre alt sein kann.“ Auch dass darin tote, Millionen Jahre alte Insekten eingeschlossen sind, findet der kreative Kopf schlichtweg grandios. Allerdings gibt es hier Grenzen für ihn: „Bernsteine bergen oftmals auch Exkremente von Tieren aus der Urzeit in sich. Die Tatsache, mit Dinosaurier-Scheiße im Ohr rumzulaufen gefällt mir nicht wirklich“, sagt Allerbauer schmunzelnd.

Leidenschaft wird bald  zum Beruf gemacht

Jedes Stück des Pinkafelders ist ein Unikat. Er freut sich darauf, seine Leidenschaft endlich zu seinem Beruf machen zu können. Auch wenn er meint: „In meinem alten Job hab ich sicher besser verdient. Reich werde ich mit meinen Arbeiten wahrscheinlich nicht werden.“

Frau könnte jetzt sagen, dass die Freundin an Patrick Allerbauers Seite zumindest reich sein muss. Reich, an individuellen Schmuckstücken nämlich. Der Pinkafelder ist aber zur Zeit Single, kaum zu fassen!

Deshalb sagt Frau an dieser Stelle eben: Reichtum hat viele Facetten. Patrick ist reich daran, was sein außergewöhnliches Talent betrifft. Und außerdem: sag niemals nie!

Logisch gedacht, schön gemacht - der Pinkafelder hat sich alles selbst beigebracht. VANESSA