Erstellt am 04. November 2015, 05:17

von Vanessa Bruckner

Schmutzige Realität. Illegale Müllhalden in den Wäldern - zahlreiche Gemeinden kennen dieses Problem. Förster bestätigen vermehrte Waldverwüstungsdelikte.

Ein Haufen Schutt mitten in einem Wald in Pinkafeld - leider kein seltener Anblick.  |  NOEN, zVg

Realistisch betrachtet ist es ein Rückschritt in gut 30 Jahren Aufklärungsarbeit. Müll trennt man, Müll vermeidet man und schon gar nicht wirft man Müll einfach irgendwo hin – unzählige Kampagnen der letzten Jahrzehnte haben für ein neues Bewusstsein im Umgang mit Abfall gearbeitet.

Und dann geht man in Pinkafeld durch den Wald und findet anstatt Natur pur einen Haufen Dreck. ÖVP-Gemeinderätin Sonja Kleinrath postete kürzlich ein Bild einer illegalen Mülldeponie mitten im Wald. „Ein Haufen Eternitplatten lag da. Und das ist kein Einzelfall. Unsere Gemeindemitarbeiter sind immer öfter damit beschäftigt, solche Müllhalden im Wald zu entsorgen und im Zuge der Flurreinigung der ÖVP fällt mir auch auf, dass das Problem in letzter Zeit zusehends größer wird“, so Kleinrath.

„Überall, wo du im Wald mit einem Auto hinkommst, findet sich auch Müll“, bringt es auch ein Großwaldbesitzer aus dem Bezirk auf den Punkt. Bezirksförster Johann Herlicska bestätigt diesen Umstand: „Illegale Müllablagerungen in den heimischen Wäldern sind mittlerweile wieder ein tägliches Geschäft für uns Förster, leider.“ Viele Übeltäter versuchen, dadurch etwaige Entsorgungskosten zu sparen. Geld, das am Ende dann meist der Steuerzahler berappen muss.

Übeltäter sind nicht selten die Waldbesitzer 

„Wenn man den Verantwortlichen nicht ausfindig machen kann, ist die Gemeinde verpflichtet, den Abfall zu entfernen, und das kostet natürlich auch“, erklärt Horst Baumgartner, zuständiger Jurist für forstliche Angelegenheiten, der allein in den letzten vier Wochen bereits drei Fälle von großen, illegalen Müllhalden auf den Tisch bekommen hat. „Das Problem der Waldverwüstung steigt zusehends an“, bestätigt auch er.

Baumgartner weiß aber auch: „Trotzdem können die Übeltäter auch oft ausgeforscht werden und in vielen Fällen sind leider sogar die Besitzer der Wälder selbst die Verursacher.“ Agrarlandesrätin Verena Dunst plädiert unterdessen auf vermehrte Aufklärungsarbeit.

„Ab in den Wald!“ heißt die Öffentlichkeits- und Umweltbildungskampagne im Bereich der Forstwirtschaft, im Zuge derer der Bezug und direkte Kontakt zum Wald vor allem bei Kindern und Jugendlichen forciert werden soll. Wer bei einem Spaziergang im Wald auf eine große Ansammlung von Müll oder Schutt stößt, soll dies umgehend bei der zuständigen Gemeinde oder Bezirkshauptmannschaft melden.